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Lieferengpass

Celestamine ab morgen defekt

Berlin - Die Lage um Celestamine N 0,5 liquidum spitzt sich zu. Ab 16. August ist das Arzneimittel von MSD Sharp & Dohme vorübergehend lieferunfähig. Auch Notfallpatienten können dann nicht mehr versorgt werden.

Bei Celestamine kehrt keine Ruhe in Bezug auf die Versorgungssituation ein. Heute kommt aus Haar die nächste Hiobsbotschaft: Konnte der Konzern die Versorgung der Notfallpatienten trotz lange bekanntem Engpass bislang unter bestimmten Voraussetzungen noch sichergestellt werden, sagt MSD den Patienten nun ab. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) ist informiert.

MSD teilt mit, trotz intensiver Abstimmung und enger Zusammenarbeit mit den Apotheken ab dem 16. August nicht mehr lieferfähig zu sein. „MSD ist bemüht, diese Lücke schnellstmöglich zu schließen, und rechnet damit, dass die Versorgung von Notfallpatienten ab Mitte September wieder gewährleistet werden kann.“ Ursache sind laut Hersteller Probleme in der Produktionsstätte, „die durch eine länderübergreifende Cyberattacke im Sommer vergangenen Jahres hervorgerufen wurde“. Diese sei bisher noch nicht gänzlich behoben worden.

Alternative Notfalltherapien stehen laut MSD in Form von Infectodexakrupp 2 mg/ 5 ml (Dexamethason, Infectopharm), Infectocortikrupp Zäpfchen (Prednisolon, Infectopharm) oder Okrido 6 mg/ml (Prednisolon, Pharmapol) zur Verfügung.

Celestamine N 0,5 liquidum war kurzzeitig wieder vollumfänglich lieferbar. MSD hatte zwischenzeitlich den Großhandel beliefert und Apotheken konnten das Arzneimittel ohne Umwege bestellen. Doch nach wenigen Wochen war Anfang des Monats wieder Schluss und die Vorräte erschöpft. Das Unternehmen stellte wieder auf Rezeptübermittlung vor Auftragserfassung um. „Leider hat die große Nachfrage dazu geführt, dass unser Bestand wieder geschrumpft ist, sodass wir ab dem 7. August wieder auf Rezeptübermittlung vor Auftragserfassung umstellen müssen. Wir hoffen damit den Zeitraum bis zur nächsten Lieferung Mitte September zu überbrücken.“

Seit Juli wurden Ärzte „ausnahmsweise gebeten, die Indikation ,Insektengiftallergie‘ beziehungsweise ,Bestandteil des Notfallsets zur Soforthilfe bei anaphylaktischen Reaktionen‘ auf dem Rezept zu vermerken.“ Apotheken konnten Celestamine N 0,5 liquidum dann mit Weiterleitung der Verordnung inklusive Vermerk direkt bei MSD direkt bestellen. So sollte gewährleistet werden, dass Patienten, die eine Notfalltherapie benötigen, auch mit dem lebensrettenden Arzneimittel versorgt werden. Denn Celestamine hält auch für weitere Indikationen eine Zulassung, für die das Arzneimittel wegen der Lieferprobleme vorerst nicht mehr zur Verfügung steht.

Dass MSD die Auslieferung von Celestamine beschränkt, sorgte bereits im März für Unmut in Apotheken. Der Hersteller forderte im Frühjahr Ärzte auf, folgendes per Fax zu bestätigen: „Hiermit bestätige ich mit meiner Unterschrift, dass das benötigte Celestamine N 0,5 liquidum ausschließlich für die Indikation: Akutbehandlung nach Bienen- und Wespenstichen bei Insektengiftallergie oder als Bestandteil des Notfallsets zur Soforthilfe bei anaphylaktischen Reaktionen verwendet wird.“

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