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Lieferengpass

Celestamine: Ab heute wieder Rezeptübermittlung

Berlin - Pünktlich zum Gipfel der Wespen- und Bienensaison hat MSD Sharp & Dohme das Notfallarzneimittel Celestamine N 0,5 liquidum (Betamethason) wieder ohne Umwege direkt über den Großhandel ausgeliefert. Inzwischen geht der Nachschub wieder zur Neige und Apotheken müssen erneut per Rezeptübermittlung bestellen.

Den dringenden Bedarf am Notfallmedikament Celestamine N 0,5 liquidum konnte MSD kurzzeitig vollumfänglich decken. Der Konzern konnte den Großhandel wieder beliefern. Seit Anfang des Jahres ist das Arzneimittel nur eingeschränkt lieferbar. „Wir hatten zwischenzeitlich Ware erhalten, sodass wir den Großhandel beliefern konnten. Parallel dazu war Apotheken auch ohne Rezeptübermittlung eine Bestellung von Celestamine bei MSD über Pharmamall möglich“, teilt der Hersteller mit.

„Wir haben am 19. Juli fünf Packungen direkt geliefert bekommen“, freut sich eine PKA aus Berlin. „Beim Großhandel kann das Arzneimittel aktuell nur zur Nachlieferung aufgegeben werden.“ MSD hofft, mit der Zustellung den Zeitraum bis zur nächsten Lieferung überbrücken zu können. „Leider hat die große Nachfrage dazu geführt, dass unser Bestand wieder geschrumpft ist, sodass wir ab dem 7. August wieder auf Rezeptübermittlung vor Auftragserfassung umstellen müssen. Wir hoffen damit den Zeitraum bis zur nächsten Lieferung Mitte September zu überbrücken.“

Laut Liste des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) über die gemeldeten Lieferengpässe soll Celestamine noch bis September eingeschränkt lieferbar sein. „Die Nachschubmengen aus unserer Produktion decken derzeit nicht die im Markt benötigten Mengen“, ist auf der Seite des BfArM zu lesen. Ursache sei eine weltweite Cyberattacke im vergangenen Jahr, die bislang noch nicht gänzlich behoben werden konnte, schreibt MSD. Von dieser war auch die Produktionsstätte der Betamethason-haltigen Lösung betroffen.

Seit Juli werden Ärzte „ausnahmsweise gebeten, die Indikation ,Insektengiftallergie‘ beziehungsweise ,Bestandteil des Notfallsets zur Soforthilfe bei anaphylaktischen Reaktionen‘ auf dem Rezept zu vermerken.“ Apotheken können Celestamine N 0,5 liquidum dann mit Weiterleitung der Verordnung inklusive Vermerk direkt bei MSD direkt bestellen. So soll gewährleistet werden, dass Patienten, die eine Notfalltherapie benötigen, auch mit dem lebensrettenden Arzneimittel versorgt werden. Denn Celestamine ist auch zur Behandlung von Autoimmunerkrankungen/Rheumatologie zugelassen, nämlich für die orale Anfangsbehandlung von Autoimmunerkrankungen wie systemischer Lupus erythematodes – insbesondere viszerale Formen. Weitere Indikationen sind aktive Phasen von Systemvaskulitiden wie Panarteriitis nodosa bei gleichzeitig bestehender positiver Hepatitis-B-Serologie, aktive rheumatoide Arthritis mit schwerer progredienter Verlaufsform, juvenile idiopathische Arthritis mit schwerer systemischer Verlaufsform oder mit lokal nicht beeinflussbarer Iridozyklitis und rheumatisches Fieber mit Karditis. Für diese Indikationen wird das Arzneimittel wegen der Lieferprobleme vorerst nicht mehr zur Verfügung stehen.

Dass MSD die Auslieferung von Celestamine beschränkt, sorgte bereits im März für Unmut in Apotheken. Der Hersteller forderte Ärzte auf, folgendes per Fax zu bestätigen: „Hiermit bestätige ich mit meiner Unterschrift, dass das benötigte Celestamine N 0,5 liquidum ausschließlich für die Indikation: Akutbehandlung nach Bienen- und Wespenstichen bei Insektengiftallergie oder als Bestandteil des Notfallsets zur Soforthilfe bei anaphylaktischen Reaktionen verwendet wird.“

Wirkstoffgleiche Alternativen für Celestamine gibt es nicht. Ärzte können auf Infectodexakrupp 2 mg/ 5 ml (Dexamethason, Infectopharm), Infectocortikrupp Zäpfchen (Prednisolon, Infectopharm) oder Okrido 6 mg/ ml (Prednisolon, Pharmapol) ausweichen.

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