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Versandapotheken

Shop-Apotheke will in Deutschland zukaufen

Berlin - Die Shop-Apotheke ist weiter auf der Suche nach Wachstumsmöglichkeiten. Finanzchef Ulrich Wandel hat in einem Interview angedeutet, dass die niederländische Versandapotheke im kommenden Jahr weitere Übernahmen in Betracht zieht – und zwar in Deutschland. Allzu konkret scheinen die Pläne allerdings noch nicht zu sein.

Man sehe sich „als aktiven Konsolidierer im Markt“, so Wandel gegenüber dem Fachportal 4Investors. „Da wir international keine Targets sehen, schauen wir uns potentielle Zielunternehmen auf dem deutschen Markt an.“ Auf Nachfrage ruderte das Unternehmen zurück: „Jein. Er hat das so fallen lassen und grundsätzlich haben wir natürlich immer ein Auge auf den deutschen Markt“, so ein Sprecher. „Es steht aber nichts akut an.“ Wer mögliche Kandidaten seien, könne dementsprechend nicht gesagt werden.

Auf einem guten Weg sieht Wandel auch die Integration von Shop-Apotheke und Europa Apotheek. Die Einführung eines gemeinsamen Markenauftritts sei Ende 2018 geplant. Ab 2019 erwarte man dadurch Synergien von 2 bis 2,5 Millionen Euro. Ob auch das Rx-Geschäft dann unter der Marke Shop-Apotheke abgewickelt werde, sei noch nicht entschieden. Die Alteigentümer um CEO Michael Köhler und Dr. Robert Hess hatten im Herbst 2016 zunächst den OTC-Versender an die Börse gebracht, vor Kurzem wurde die Europa Apotheek übernommen und beide Geschäftsbereiche damit fusioniert.

International tritt der Versender auch unter dem Namen der 2016 übernommenen belgischen Versandapotheke Farmaline auf. Mit dem Discounter Vitazita soll außerdem eine besonders preisbewusste Klientel vor allem auf Preisvergleichsportalen abgefangen werden.

Im Sommer war bekannt geworden, dass Amazon die Shop-Apotheke gerne übernehmen würde. Kurz nach Veröffentlichung dementierte der Versender: Man führe aktuell keine Gespräche mit Amazon, hieß es. Der Börsenkurs sprang kurzzeitig auf bis zu 65 Euro. Die aktuelle Talfahrt der Aktie hat damit zu tun, dass die Alteigentümer über eine Investmentbank einen Block von insgesamt 806.000 Aktien, also 6,7 Prozent der Anteile, an institutionelle Investoren verkauft haben.

„Bei dem ein oder anderen waren auch private Gründe ausschlaggebend, sich erstmals seit Jahren von einem kleinen Teil ihrer Position zu trennen“, so Wandel im Interview mit 4Investors. In erster Linie habe der Verkauf aber dazu gedient, die Handelbarkeit der Aktie zu verbessern, also den Freefloat und die Liquidität in der Aktie zu erhöhen. „Dieser Wunsch ist bei verschiedenen Investorengesprächen immer wieder an uns herangetragen worden.“ Vorstand und Aufsichtsrat hielten nach dem Verkauf weiterhin rund 30 Prozent der Anteile. Weit mehr als 20 Prozent seien zudem in Besitz von Gründern und Altaktionären. „Ein besseres Zeichen, dass die Interessen der Investoren den Interessen des Managements entsprechen, gibt es kaum“, so Wandel.

Zuletzt hatte der DocMorris-Mutterkonzern Zur Rose hierzulande zugekauft: Übernommen wurde die ehemalige Schlecker-Tochter Vitalsana, die zwischenzeitlich dem Werbekonzern Ströer gehört hatte. Außerdem kaufte Zur Rose die Logistiksparte von Eurapon. Damit gibt es nun drei Standorte alleine für den deutschen Markt. In Halle/Saale sollen künftig keine Päckchen mehr verpackt werden.

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