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Plusminus: Tödlich harmlose Tabletten

Berlin - Wer Schmerzen hat, sucht in Schmerzmitteln eine schnelle und zuverlässige Hilfe. Aber wo eine Wirkung ist, ist auch eine Nebenwirkung möglich – eine Tatsache, die wohl einige Betroffene außer Acht lassen. Das Erste berichtet am heute Abend um 21.45 Uhr über das Thema: „Frei verkäufliche Schmerzmittel: Wenn angeblich harmlose Tabletten tödliche Nebenwirkungen haben.“

Harmlose Schmerzmittel gibt es nicht. Laut dem ARD-Magazin Plusminus zeigen immer mehr Studien: „Wirkstoffe wie ASS, Ibuprofen oder Paracetamol sind hochriskant.“ Bereits nach wenigen Tagen Einnahme steige bei manchen Präparaten das Risiko für einen plötzlichen Herzstillstand.

„Egal ob bei Kopf-, Rücken- oder Gliederschmerzen – frei verkäufliche Schmerzmittel versprechen schnell und unkompliziert Abhilfe. So suggeriert es zumindest die Werbung“, schreibt Plusminus. Und so können Arzneimittel zum Gift werden. Die Gesundheitsgefahr steigt mit zunehmenden Einnahmezeitraum und Einnahmemenge. Einige Patienten würden Tabletten wie Bonbons nehmen und die Dosis einfach erhöhen, wenn die erste Einnahme nicht erfolgreich war. Dieser Faktor könne schwere Nebenwirkungen hervorrufen. Schmerzmittel würden außerdem bei Missempfindungen und Unwohlsein eingenommen.

Arzneimittelexperten fordern daher die Packungsgrößen der freiverkäuflichen Mittel zu verkleinern. Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) zögere jedoch bereits seit fünf Jahren. Plusminus berichtet über das Milliardengeschäft mit scheinbar harmlosen Mitteln und den gefährlichen Folgen.

Paracetamol kann bei leichten bis mäßigen Schmerzen eingesetzt werden. Erwachsene nehmen als maximale Einzeldosis 1000 mg ein, am Tag sollte die Einnahme 4000 mg nicht überschreiten. Der Arzneistoff wird als magenfreundlich beschrieben, kann jedoch die Leber schädigen, daher ist bei Patienten mit Leber- und Nierenfunktionsstörungen Vorsicht geboten. Im Handel sind Zäpfchen, Tabletten oder Saft als Monopräparate. Im Rahmen der Selbstmedikation ist auch die Kombination mit ASS und Coffein erhältlich. Paracetamol plus Codein unterliegt der Verschreibungspflicht. 

Die nicht-steroidalen-Antirheumatika (NSAR) Ibuprofen und ASS sind wie Paracetamol schmerzlindernd und antipyretisch aber zudem auch entzündungshemmend und können auch bei mittelstarken Schmerzen eingesetzt werden. ASS hat außerdem eine hemmende Wirkung auf die Blutgerinnung, deshalb ist besondere Vorsicht bei Patienten geboten, die Antikoagulantien wie Phenprocoumon einnehmen. Patienten sollten auf Paracetamol ausweichen und dabei die zulässige Tageshöchstdosis von 2000 mg nicht überschreiten.

Verlangen Kunden nach Ibuprofen ist bei Asthmatikern und Patienten, die mit Blutdruck senkenden Präparaten behandelt werden ebenfalls Vorsicht geboten. Denn das NSAR kann die Wirkung herabsetzen. Migränepatienten können auf Triptane zurückgreifen. Die Arzneimittel wirken gefäßverengend und unterbinden die Freisetzung von Schmerz- und Entzündungsmediatoren. Nicht geeignet sind Triptane für Patienten, die älter als 65 Jahre sind. Patienten mit Bluthochdruck, Durchblutungsstörungen oder koronarer Herzkrankheit dürfen die Medikamente, wenn überhaupt nur in Rücksprache mit dem Arzt anwenden.

Grundsätzlich gilt: Schmerzmittel sollten maximal an drei Tagen in Folge und nicht häufiger als zehn Tage pro Monat eingenommen werden. Sonst kann ein Tabletten-induzierter-Kopfschmerz die Folge sein. Außerdem sollte bei chronischen Schmerzen ein Arzt konsultiert werden.

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