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3D-Technologie

Forscher drucken flexible Wirkstoffkapseln

Berlin - Bei der industriellen Herstellung von Kapseln für die Anwendung in der Pharmazie greifen die Technologen auf etablierte Methoden zurück. Wissenschaftler der Hebräischen Universität von Jerusalem haben nun ein neues Konzept entwickelt, mit der diese Darreichungsform mittels 3D-Drucker angefertigt werden kann. Eingesetzt werden könnte das Verfahren im Rahmen der personalisierten Medizin.

Die Technologietransfergesellschaft der Hebräischen Universität Yissum kündigte kürzlich eine neuartige Technologie für den 3D-Druck von Medikamentenkapseln an. Diese basiert auf individuell gedruckten 3D-Hydrogelen mit verzögerter Freisetzung. Die eingesetzten Hydrogele sollen dabei die Konsistenz eines Milchpuddings aus dem Nahen Osten haben.

Die neue Methode entwickelte Professor Dr. Shlomo Magdassi, Leiter des 3D- und Functional-Printing-Zentrums der Hebräischen Universität, in Zusammenarbeit mit Dr. Ofra Benny, Forscherin am Institute for Drug Research der Hebräischen Universität.

Die innovative Technologie ermögliche ein komplexes Design von Freisetzungssystemen, das derzeit bei herkömmlichen pharmazeutischen Herstellungstechniken nicht verfügbar sei. Dieser Ansatz ermögliche das Drucken von angepassten und personalisierten Medikamenten aus Hydrogelobjekten, die sich nach einem zeitlichen Versatz ausdehnen, ihre Form verändern und aktiviert werden können. Ärzte sollen mit dieser Methode die Möglichkeit haben, die Arzneistoffdosierung spezifischer auf die einzelnen Patienten abzustimmen.

Die Technologie ermögliche die Herstellung von Darreichungsformen mit komplexen Designs wie sternförmig und kristallin. Die Kapseln können sich nach einem vorgegebenen „Zeitplan” ausdehnen oder die Form verändern. Auch können sie gezielt aktiviert werden, indem sie sich nur unter bestimmten Bedingungen öffnen. Die Flexibilität ermögliche es den Kapseln, den Wirkstoff am Wirkort freizugeben.

Die erste Tablette aus dem 3D-Drucker gibt es seit 2016 in US-Apotheken. Dabei handelt es sich um das Antiepileptikum namens Spritam (Levetiracetam). Bereits im August 2015 hatte Aprecia die FDA-Zulassung erhalten. Dem Hersteller zufolge hat die durch den 3D-Druck neu entwickelte Galenik nicht nur pharmakokinetische Vorteile, sondern kann sogar die Arzneimittelversorgung revolutionieren. Das Unternehmen plant, zukünftig noch weitere Medikamente mit gleicher Technik zu produzieren.

Das Präparat ist ein klassisches Generikum, das per Bioäquivalenznachweis zugelassen wurde, und kommt in gängigen Dosierungen von 250, 500, 750 und 1000 Milligramm. Zur Herstellung setzte Aprecia allerdings erstmalig einen 3D-Drucker ein. Das Gerät aus dem Hause Zcorp fertigt das Arzneimittel mithilfe der sogenannten ZipDose-Technologie, bei der die Tablette in mehreren Lagen aufgebaut wird. Die Schichten werden mittels einer Flüssigkeit verbunden. Herstellerangaben zufolge kann der Wirkstoff genauer und individueller dosiert werden als bei Arzneimitteln, die mittels Tablettenpresse hergestellt werden.

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