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Medizinalhanf

Aurora liefert Cannabisblüten-Vollextrakt

Auroro liefert ersten Cannabisblüten-Vollextrakt: Laut Hersteller ist Pedanios 5/1 der erste Vollextrakt, der bei Raumtemperatur bis maximal 25 Grad gelagert werden kann.Foto: Bionorica

Berlin - Aurora Deutschland erweitert sein Sortiment um einen Cannabisblüten-Vollexrakt. Apotheken können mit dem Rezepturarzneimittel eine Individualrezeptur nach NRF 22.11 für die orale Gabe herstellen.

Der Vollextrakt Pedanios 5/1 ist ab sofort zu 10 g erhältlich und enthält neben den Cannabinoiden Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD) auch weitere natürliche Inhaltsstoffe wie beispielsweise Terpene. Darin unterscheidet sich der Vollextrakt von den synthetischen Cannabinoid-haltigen Präparaten, die ausschließlich THC und/oder CBD enthalten. Der Vollextrakt enthält 5 Prozent THC und < 1 Prozent CBD. Dies Entspricht 50 mg/ml Dronabinol.

Laut Hersteller ist Pedanios 5/1 der erste Vollextrakt, der bei Raumtemperatur bis maximal 25 Grad gelagert werden kann, denn die wirksamen Bestandteile sind bereits in Mittelkettigen Triglyceriden gelöst. Bei den Tropfen handelt es sich laut Aurora um die ersten derivativen Ölextrakt-Produkte, die der deutschen Monographie entsprechen und in den Apotheken zur Rezepturherstellung verwendet werden können.

Aurora garantiert eine gleichbleibende pharmazeutische Qualität bezogen auf die Wirkstoffqualität und die Zusammensetzung. Gewährleistet sei dies durch eine CO2-Extraktion. Hergestellt wird GMP-konform. Der Hersteller ist nach eigenen Angaben Marktführer für Medizinalhanf und beliefert den deutschen Markt seit Dezember 2015 mit getrockneten Blüten. Seit 2017 ist Aurora, zuvor unter dem Namen Pedanios Cannabis aktiv, eine Tochtergesellschaft des gleichnamigen kanadischen Cannabis-Produzenten mit Hauptsitz in Edmonton, Alberta. Anfang August 2018 firmierte Pedanios um. In Kanada ist der Vollextrakt bereits seit 2017 auf dem Markt und soll ab sofort auch hierzulande zu einem Umsatzplus führen.

Seit dem 10. März 2017 kann medizinisches Cannabis regulär vom Arzt verschrieben werden. Seither erlebt das Mittel einen Boom. Ausländische Firmen kommen nach Deutschland in der Hoffnung auf das große Geschäft, immer mehr Patienten wollen Cannabis-Therapien – und Ärzte, Apotheken und Krankenkassen erleben einen ungebremsten Andrang. 2018 haben Apotheken rund 145.000 Einheiten Cannabis-haltiger Zubereitungen und unverarbeiteter Blüten auf Basis von etwa 95.000 Rezepten zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung abgerechnet. Das sind mehr als dreimal so viele wie in den knapp zehn Monaten 2017 von der Freigabe im März bis zum Jahresende: Damals waren es 27.000 Rezepte und 44.000 Einheiten. Auch wurden 2018 gut 53.000 Packungen Fertigarzneimittel mit Cannabis-Stoffen abgegeben, ein Plus von einem Drittel.

Einen Stück vom Kuchen will auch Dermapharm. Das Unternehmen steigt ebenfalls ins Geschäft mit Medizinalhanf ein. Der Münchner Hersteller hat sich an einem Cannabisproduzenten für pharmazeutische Anwendungsbereiche beteiligt und einen Vertrag zur Beteiligung an verschiedenen Gesellschaften unter dem Namen Fyta mit Sitz im niederländischen Waalwijk und den deutschen Ablegern mit Sitz in Monheim abgeschlossen.

Der Boom um Cannabis hat auch beim bayerischen Phytohersteller Bionorica für ein kräftiges Wachstum gesorgt. Der Umsatz mit dem auf Cannabis basierenden Schmerzmittel Dronabinol lag im vergangenen Jahr bei rund 27 Millionen Euro, teilte der Mittelständler aus Neumarkt mit. Im Jahr zuvor waren es noch 16,7 Millionen Euro. Der Anteil am Gesamtumsatz lag damit bei knapp 8 Prozent.

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