Schweinepest

Zaunbau entlang der Grenze zu Polen beginnt

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Berlin -

An der Grenze von Brandenburg zu Polen werden amFreitag erstmals Zäune zum Schutz vor der Afrikanischen Schweinepest (ASP) errichtet. Der Bau beginnt nahe der Stadt Guben.

Die 90 Zentimeter hohen Wildschutzzäune sollen je nach Gefährdungslage entlang der Neiße und Oder lokal und zeitlich begrenzt zum Einsatz kommen. Geplant ist bislang der Aufbau entlang 120 Kilometern des insgesamt 280 Kilometer langen Grenzverlaufs zwischen Brandenburg und Polen. Schwerpunkte sind nach Angaben des brandenburgischen Verbraucherschutzministeriums die Landkreise Spree-Neiße, Oder-Spreesowie die Stadt Frankfurt (Oder). Das Risiko der Einschleppung durch infizierte Wildschweine aus Westpolen nach Deutschland werde größer, hieß es. Aufgestellt werden sollen mobile Elektro- und Duftzäune. Die Kosten von insgesamt 160 000 Euro für den Aufbau der Zäune übernimmt das Land Brandenburg, die Entscheidung über deren genauen Verlauf treffen die Landkreise.

Das Virus kann nach Angaben des Bundesforschungsinstitutes für Tiergesundheit über den direkten Kontakt zwischen infizierten und empfänglichen Tieren übertragen werden, auch der Kontakt zu Kadavern spiele eine Rolle. Darüber hinaus könne das Virus auch indirekt mit verseuchten Gegenständen übertragen werden, etwa durch schlecht gereinigte Transportfahrzeuge, Werkzeuge, kontaminierte Ausrüstungsgegenstände und Produkte. Auch ein Wurstbrot könnte nach Aussage der Leiterin des Nationalen Referenzlabor für Afrikanische Schweinepest, Sandra Blome, definitiv ausreichen, um die Seuche einzuschleppen. Grundsätzlich benötige man aber „ziemlich viel Virus“, um ein gesundes Tier sicher zu infizieren. Die Ansteckung laufe eher schleppend.

Zäune sind laut Blome ein wichtiges Werkzeug zur Bekämpfung der ASP. Doch einen schweinedichten Zaun zu schaffen, sei kaum möglich. Es gehe vielmehr um eine Barriere, die mit anderen Maßnahmen zusammen eine Eindämmung bewirken könne. Der Fund von verendetem Schwarzwild sollte beim Veterinäramt gemeldet werden. Günstig ist nach Angaben des Instituts eine Markierung der Fundstelle. Hilfreich für die Übermittlung sei eine Tierfund-App oder das Tierfund-Kataster.

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