Apothekenschließungen

Traditionsapotheke macht dicht

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Mehr als 300 Jahre lang war die Apotheke zum goldenen Kopf eine Institution in der Kölner Altstadt. Urkunden belegen, dass der erste Besitzer schon im Jahr 1688 das Haus in der Schildergasse bezog. In den vergangenen drei Jahrzehnten leitete Dr. Hans-Gerd Lennartz die Geschicke der Apotheke. Da keines seiner Kinder eine pharmazeutische Laufbahn einschlagen wollte, hat sich der Apothekenchef dazu entschlossen, das Traditionshaus nicht weiterzuführen.

Ein Weiterverkauf sei für ihn nicht in Frage gekommen, sagte der 64-Jährige. Er will das Haus in der Kölner Innenstadt anderweitig nutzen. Die Entscheidung sei ihm aber sehr schwer gefallen. Schließlich fühle auch er sich der Tradition der Apotheke verbunden. Letztlich hätten aber die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht mehr gestimmt.

Die Apotheke zum goldenen Kopf befindet sich zwar in bester Innenstadtlage, trotzdem war laut Lennartz ein rentabler Betrieb in den vergangenen Jahren kaum noch möglich. „Durch die Änderungen in der Apothekenbetriebsordnung wären jetzt noch einmal hohe Kosten auf mich zugekommen. Das wollte ich mir nicht zumuten“, erklärt Lennartz die wirtschaftlichen Hintergründe seiner Entscheidung.

Die Entscheidung, die Apotheke zu schließen, sei bereits vor mehr als einem halben Jahr gefallen. Im September vergangenen Jahres hatte der Apotheker auch seine Mitarbeiter darüber in Kenntnis gesetzt. „Alle haben gesagt, dass sie bis zum Ende bleiben wollen“, erzählt Lennartz stolz. Für die meisten von ihnen sei die Apotheke auch eine Herzensangelegenheit gewesen.

Unter anderen Umständen hätte er die Apotheke womöglich noch ein wenig länger betrieben, räumt Lennartz ein. „Die Verantwortung liegt aber nur noch vordergründig in meinen Händen. Wenn die Politik nicht für entsprechende Rahmenbedingungen sorgt, macht es keinen Sinn mehr, eine Apotheke zu betreiben.“

 

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