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VISION.A 2019

Start-up Audition: Virtuelle Realität gegen Parkinson

Bei VISION.A stellten zahlreiche Start-Ups ihre Produkte vor: Maren Demant und ihre Firma Invisible Room haben eine Augmented-Reality-Anwendung entwickelt, die die Blockade bei Parkinson-Patienten innerhalb von Sekunden lösen kann.Foto: Andreas Domma

Berlin - Sieben Start-ups in 21 Minuten: Das klingt ambitioniert und ist es auch. Bei der Start-up Audition von VISION.A, der Digitalkonferenz von APOTHEKE ADHOC, haben sieben junge Unternehmen die Gelegenheit erhalten, ihre Innovationen vor dem Fachpublikum zu pitchen und es dann entscheiden zu lassen. Gewonnen hat eine einfache, aber geniale Geschäftsidee.

Parkinson ist eine grausame Krankheit, die Betroffene im alltäglichen Leben enorm einschränken kann. Besonders gefährlich und bis heute wissenschaftlich noch nicht restlos erklärt, ist das Phänomen, das man „Freezing“ nennt: Betroffene werden durch eine Muskelblockade gelähmt und können nicht weiter laufen. Doch Maren Demant hat eine Lösung für das Problem, die auf den ersten Blick beinahe unrealistisch wirkt: Ihr Unternehmen Invisible Room hat eine Augmented-Reality-Anwendung entwickelt, die die Blockade bei Parkinson-Patienten innerhalb von Sekunden lösen kann. Und zwar, indem ihnen in einer 3D-Brille eine Treppe gezeigt wird. „Das Gehirn wird dabei ausgetrickst und angeregt, die Bewegung wieder aufzunehmen“, erklärte sie bei der Start-up Audition und überzeugte das Publikum mit ihrer Vorstellung.

Invisible Room belegte damit den ersten Platz der Start-up Audition bei VISION.A 2019. Wie ihre sechs Mitbewerber hatte Demant genau drei Minuten, um zu erklären, was ihr Geschäftskonzept einzigartig und nützlich macht. Es war ein hartes Rennen bei bester Stimmung, bei dem alle sieben Vortragenden eine Punktlandung hinlegten: Zum Teil auf die Sekunde genau haben sie ihre Geschäftskonzepte erläutert, die von einem hygienischen Venenstauer bis zu einem Ernährungstagebuch reichten.

Den zweiten Platz belegte Dr. Paul Hammer mit dem von ihm gegründeten Unternehmen Biomes, das eine DNA-basierte Mikrobiom-Analyse für den Endverbraucher anbietet. „Wir wollen das Leben aller Menschen verbessern, indem wir ihnen helfen, ihren Körper auf Grundlage ihrer DNA besser zu verstehen“, erklärt Hammer. Denn die rund 1000 Mikrobenstämme, die jeder von uns in seiner Darmflora trägt, beeinflussen unser Wohlbefinden von der Verdauung bis zum Immunsystem. Biomes analysiert Art, Menge sowie Zusammensetzung der Mikroben und gibt darauf aufbauend Empfehlungen. Den Apothekern im Publikum machte er seinen Test mit der Kundenbindung schmackhaft, denn wenn der Verbraucher erfährt, welche Probiotika er nehmen sollte, kommt er mit großer Wahrscheinlichkeit zurück.

Wirklich verloren hat aber keiner der Teilnehmer: Auch die anderen fünf Jungunternehmer erhielten positives Feedback. So zum Beispiel die App Cara, eine individuellen Ernährungstherapie für Patienten mit gastrointestinalen Beschwerden. „Wir wollen die zentrale Plattform für Menschen mit Darm- und Verdauungsproblemen werden“, kündigte Marketingchefin Katharina Husser an. Nicht an Verbraucher, sondern die Hersteller richtet sich Ysura. Das Münchener Unternehmen entwickelt Customer-Relationship-Plattformen für die Pharmaindustrie und stellte eine Videokonferenzplattform für Außendienstvertreter vor.

Mit der App Alberta von IT-Labs soll ein Mehrwert für das komplette Gesundheitssystem geschaffen werden. Der Gedanke dahinter: Über eine Plattform die komplette ambulante Patientenversorgung effizient zu gestalten. Im Fokus der 2017 gegründeten Firma Lindera steht Sturzprophylaxe. Eine KI analysiert nach einer kurzen Videoaufnahme das Skelettmodell der Bewegung, berechnet die Sturzgefahr einer Person und gibt individuelle Ratschläge zur Prävention. Die beiden Gewinner erhalten die Möglichkeit, am Donnerstag ihr Unternehmen in einem Smartlab ausführlicher vorzustellen.

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