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Prämien für Apothekenangestellte

Ein bisschen Geld zusätzlich, aber vor allem besseres Feedback und mehr Motivation für die Mitarbeiter: Das ist das Ziel des LOB-Prämienmodells im Kammerbezirk Nordrhein.Foto: Elke Hinkelbein

Berlin - Bezahlung nach Leistung – im Kammerbezirk Nordrhein sind erfolgsabhängige Prämien seit Anfang 2013 optionaler Teil des Tarifvertrags. Jetzt wurde der bisherige Höchstbetrag auf 3 Prozent des Grundgehalts verdoppelt: Bei 2000 Euro Bruttoeinkommen können so 60 Euro obendrauf kommen. Für Arbeitgeber und Angestellte stehen Motivierung und Feedback im Vordergrund.

Wer seine Angestellten am Erfolg der Apotheke beteiligen will, kann auf einen Fragenkatalog der Tarifpartner zur leistungsorientierten Bezahlung (LOB) zurückgreifen. Adexa und Tarifgemeinschaft der Apothekenleiter Nordrhein (TGL) haben für verschiedene Bereiche insgesamt 100 Punkte vorgesehen; je nach Quote steigen die Prämien.

Neben dem Fachwissen zählt mit Kundenorientierung und Teamfähigkeit auch die soziale Kompetenz. Unter Methodenkompetenz werden Punkte wie Arbeitsorganisation und der Grad des eigenverantwortlichen Arbeitens bewertet. Unter dem Punkt Arbeitseffizienz geht es um die aktive Kundenberatung und kostenbewusstes Handeln.

Anhand des Fragenkatalogs bewertet der Inhaber die Leistung seiner Mitarbeiter. So kann im Personalgespräch detailliertes Feedback gegeben werden. Die genauen Bedingungen für die Prämien müssen Apothekenleiter schriftlich mit ihren Angestellten vereinbaren. Zahlen, wie viele Apotheken bereits Prämien ausschütten, gibt es nicht.

Der Düsseldorfer Apotheker Michael Makoschey verwendet LOB seit einem Jahr für seine Angestellten. „Mir ist wichtig, über den Leistungskatalog mit den Mitarbeitern ins Gespräch zu kommen“, sagt er. LOB sei ein Anreiz, sich stärker zu engagieren und an seinen Schwächen zu arbeiten. „Mit LOB hat jeder Mitarbeiter die Möglichkeit, detailliert bewertet zu werden. Und auch ich mache mir anhand des Leistungskatalogs wesentlich mehr Gedanken.“ Kritik und Lob könnten so an ganz konkreten Punkten festgemacht werden.

Wem der Punktekatalog zu starr ist, der kann das Prämienmodell auch modifizieren. Ingo Blümlein von der Sonnen-Apotheke in Emmerich hat eine eigene Version entwickelt und lobt einen Gemeinschaftstopf für sein Team aus. Schon bevor LOB im Tarifvertrag verankert war, nämlich bereits vor vier Jahren, haben sich acht seiner zehn Mitarbeiter für diese Variante entschieden. „Wir nehmen einen Teil des Barumsatzes aus dem Handverkauf, rund 1,5 Prozent“, erklärt Blümlein. „Dann rechnen wir die Gesamtstundenzahl der beteiligten Mitarbeiter zusammen und beteiligen sie auf dieser Grundlage an dem Topf.“

Ein Rechenbeispiel: Sind 100 Euro im Pott und haben zwei Mitarbeiter je 40 Stunden, ein weiterer 20 Stunden gearbeitet, erhalten die ersten beiden je 40 Euro, der dritte 20 Euro brutto mehr. Der Extra-Beitrag gleicht auch die Einkommensunterschiede zwischen Apotheker und PKA aus, da alle denselben Bonus bekommen. Das LOB-Punktesystem nutzt er nicht bei der Bezahlung, verwendet den Leistungskatalog aber als Feedback-Instrument in seinen Mitarbeitergesprächen.

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