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Fünf Tipps für die Gehaltsverhandlung

Berlin - Gehaltsverhandlungen mit dem Chef sind für viele Angestellte ein Graus. Wer mit seinem Lohn nicht zufrieden ist, sollte über kurz oder lang aber ein Gespräch mit dem Inhaber suchen. Ohne die richtige Vorbereitung kann das Treffen jedoch nach hinten losgehen. Fünf Tipps für die Gehaltsverhandlungen.

Tipp eins: Vorzüge vorbereiten. Wer mehr Geld will, sollte seine Forderungen stichhaltig vorbringen und die persönlichen Fähigkeiten belegen können. Für jedes Argument sollten ein oder zwei konkrete Beispiele aus dem Arbeitsalltag genannt werden können. „Angestellte müssen sich vorher über ihre Ziele im Klaren sein“, rät die Münchener Verhandlungsexpertin und Autorin Claudia Kimich. Dazu gehöre auch, das Minimalziel zu definieren, unter dem Angestellte bereit seien, die Apotheke notfalls zu verlassen.

Tipp zwei: Apotheke analysieren. Vor den Gehaltsverhandlungen sollten sich Angestellte fragen, was der Apotheke wirklich nützt. „Habe ich als Einzige während der Erkältungssaison gesund durchgehalten, bin ich immer abrufbar, kommen die Kunden gerade wegen meiner Beratung, stimmt bei mir die Kasse immer und generiere ich Zusatzverkäufe“, könnten laut Kimich Argumente für eine Lohnerhöhung sein.

Tipp drei: Realistische Forderung. Der Wunsch nach mehr Geld sollte im vernünftigen Rahmen liegen. Wer zu hoch pokert, wird schneller abgewiesen. Für zusätzliche Aufgaben wie Personalplanung kann beispielsweise ein Bonus gefordert werden. Für Angestellte mit Tarifvertrag dürfte die Lohnerhöhung schwieriger zu begründen sein. Denn seit Jahresbeginn gilt ein neuer Tarifvertrag, der Mitarbeitern in öffentlichen Apotheken zwischen 1,8 und 2,5 Prozent mehr Gehalt beschert – je nach Berufsgruppe und Erfahrung. Doch auch sie können für besondere Leistungen Pauschalen einfordern.



Tipp vier: Gespräch üben. PTA kennen die Eigenschaften des Chefs meist recht gut. Diesen Vorteil sollten sie sich zu Nutze machen. Für Strategen und Gewinnmaximierer sollten Zahlen, Daten und Fakten bereitgehalten werden, rät Kimich. Machtspielern sollte schlagfertig gekontert werden. Bei aller Spontaneität solle beachtet werden, dass das Gegenüber das Gesicht nicht verliere. PTA sollten das Gespräch vorher mündlich durchgehen. Denn der Erfolg hänge auch vom Training ab.

Wichtig sei, dass das Gespräch auf Augenhöhe geführt und beendet werde. „Nicht mit hängenden Schultern gehen“, sagt Kimich. Ein vernünftiger Abgang sei wichtig. Sollte die Gehaltsforderung abgelehnt worden sein, könnten Angestellte etwas ändern und ein Jahr später erneut vorsprechen. Werde eine Gehaltserhöhung in Aussicht gestellt, sollten sich Angestellte dies schriftlich geben lassen.

Tipp fünf: Termin richtig ankündigen. Wenn Angestellte mit dem Chef über mehr Gehalt verhandeln wollen, müssen sie ihn um einen Termin bitten. Als Grund für das Treffen sollte nicht gleich die geforderte Lohnerhöhung angekündigt werden. Kimich rät stattdessen zu einer allgemeinen Aussage wie „Leistungen und zukünftige Weiterentwicklung“. Denn mehr Gehalt gebe es nur für mehr oder bessere Arbeit. Eine solche Angabe sei nicht verkehrt, zugleich aber auch nicht so direkt, wie gleich Gehaltsverhandlung als Thema zu nennen.

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