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Arzneimittelbehörde

Vor Brexit: EMA startet Umzug nach Amsterdam

Amsterdam statt London: Der Umzug der EMA hat begonnen.Foto: EMA

Berlin - Weniger als drei Monate vor dem Brexit hat die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) ihre Übersiedlung von London nach Amsterdam gestartet. Der niederländische Gesundheitsminister Bruno Bruins eröffnete am Mittwoch in Amsterdam den vorläufigen neuen Sitz der EU-Behörde. Der Umzug ist eine konkrete Folge des für den 29. März geplanten Austritts Großbritanniens aus der EU.

Rund 850 Mitarbeiter der EMA werden mit ihren Familien in die Niederlande ziehen. Sie sollen zunächst in einem elf Stockwerke hohen Gebäude im Westen der Stadt arbeiten. Im Auftrag des Staates wird zur Zeit im Finanzzentrum der Hauptstadt eine neue Zentrale für die EMA gebaut. Die soll im November bezugsfertig sein. Die EMA ist die Aufsichtsbehörde für Qualität und Sicherheit von Arzneimitteln.

Amsterdam gehörte von Anfang an zu den Favoriten. Per Losentscheid wurde in der dritten Runde entschieden. Der vorgeschlagene Standort am Flughafen Schiphol wurde als unschlagbar gesehen, immerhin ist hier sogar ein Hotel im Haus. Die Stadt biete die bestmöglichen Voraussetzungen für einen Umzug, wie genügend internationale Schulen für die Kinder der EMA-Mitarbeiter, ausreichenden Zugang zu medizinischer Versorgung für ihre Familien und Jobmöglichkeiten in der Region für die Ehepartner. In Umfragen wurden außerdem Kopenhagen, Brüssel, Mailand und Wien hoch gehandelt. Barcelona galt lange als Kandidat Nummer 1, war die spanische Metropole doch bei Gründung vor knapp 35 Jahren London nur knapp unterlegen. Nach dem Katalonien-Streit war sie jedoch aus dem Rennen.

Mit weitreichenden Zugeständnissen versuchten insbesondere die weiter hinten rangierenden Kandidaten, ihre Erfolgsaussichten zu verbessern. Warschau etwa ging mit 25 Jahren Mietfreiheit ins Rennen – wohlwissend, dass dies bei der EMA ein neuralgischer Punkt ist. Der Mietvertrag in London läuft noch bis 2039, insgesamt 347,6 Millionen Euro sind mangels Ausstiegsklausel bis dahin noch zu zahlen.

„Nicht nördlicher als Amsterdam, nicht östlicher als Wien“, soll ein geflügeltes Wort im Zusammenhang mit der EMA gewesen sein. Stockholm galt damit als chancenlos, die osteuropäischen Städte wie Sofia sowieso. Auch Mailand und Lille zählten angesichts der schlechten Erreichbarkeit nicht zu den Favoriten.

Auch Deutschland hatte den Hut in den Ring geworfen und sich im Frühsommer 2017 offiziell mit Bonn als Standort beworben. Deutschland will die Europäische Arzneimittelagentur (EMA). Ein Hauptargument für den Umzug an den Rhein war das in Bonn ansässige Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) mit rund 1000 Mitarbeitern. Doch die Bewerbung war am Ende chancenlos, Bonn war schon nicht mehr in der engeren Auswahl.

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