„Ich wollte etwas zurückgeben“

Syrischer Apotheker spendet Impfhonorar

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Berlin -

Vor sieben Jahren kam Apotheker Rabia Alhasan mit seiner Familie aus Syrien nach Deutschland. Mittlerweile ist er angekommen: „Deutschland ist meine zweite Heimat geworden.“ Aus Dankbarkeit für die Unterstützung, die auch er damals erhalten hat, möchte er nun etwas zurückgeben. Sein Honorar aus dem Impfzentrum geht deshalb an die Soester Tafel.

Alhasan macht seinen Job mit Herzblut: Für einige Zeit übernahm er vertretungsweise die Leitung der Apotheke am Hansaplatz in Soest, nun versorgt er die Kunden in der Filiale am Brüdertor als angestellter Apotheker. Als die Impfzentren aufgebaut wurden und Apotheker sich freiwillig melden konnten war für ihn schnell klar, dass auch er ein Stück weit helfen möchte die Pandemie aktiv zu bekämpfen.

Doch als man ihm Geld für seine dortige Arbeit geben wollte stutzte der Apotheker. „Ich wollte das eigentlich ehrenamtlich machen“, meint er. Den Stundenlohn von rund 70 Euro wollte er nicht annehmen. „Ich habe dann überlegt, wie ich mit dem Geld etwas Gutes tun kann“, erklärt Alhasan. „Ich wollte mich erkenntlich zeigen für die Hilfe, die meine Familie und ich erhalten haben, als wir nach Deutschland kamen.“

Viele Jahre führte Alhasan im syrischen Rakka seine Apotheke, auch sein Vater war schon Apotheker gewesen. Doch die Heimatstadt wird zur Isis-Hochburg und wird im Bürgerkrieg besetzt – somit werden auch Alhasans Wohnung und seine Apotheke zerstört. 2013 macht er sich schließlich mit seiner Familie auf die Suche nach einer neuen Heimat – 2014 landen sie in Deutschland.

Der Start sei sehr schwer gewesen: Im Schnelldurchgang wurde die deutsche Apotheker-Zulassung erworben und die Fachsprachenprüfung gemacht. Dann arbeitete Alhasan als Praktikant in einer Apotheke, um sein Können in der Praxis unter Beweis zu stellen. „Ohne Hilfe hätte es nicht geklappt“, erklärt der Apotheker. Unter anderem sei er damals zur Tafel gegangen, deshalb war schnell klar, dass sein Impf-Honorar an diese Einrichtung gehen soll. „Wir haben selbst Hilfe von dort bekommen – nun können wir anderen helfen.“

Die Aktion hat sich in Soest mittlerweile herumgesprochen. Viele Kunden seien zu ihm in die Apotheke gekommen und hätten tolles Feedback gegeben. „Einige sagten ich wäre ein ‚Vorbild‘ – dieses Wort habe ich neu gelernt“, meint Alhasan. Er freut sich über die Reaktionen seiner Mitmenschen. Außerdem hofft er auch andere für ähnliche Taten motivieren zu können. Grade in der jetzigen Krise sei Solidarität wichtiger denn je.

 

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