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„Lagubo“ aus Bad Reichenhall

Der Pastillen-Apotheker

Berlin - Margit und Stefan Niklas sind Apotheker mit Geschmack. Seit 2011 vertreiben sie Pastillen mit Latschenkiefernöl und weiteren Kräutern nach alter Pharmazeuten-Rezeptur. Die Bonbons, die früher sogar als Arzneimittel zugelassen waren, sollen jetzt im großen Stil vertrieben werden. Hierzulande haben sie bereits 40 Kollegen mit im Boot, auch in Österreich stehen die apothekenexklusiven Gummibonbons in der Offizin.

Das Ehepaar Niklas übernahm die Rezeptur von der Kronen-Apotheke in Bad Reichenhall. Apotheker Mathias Mack entdeckte Latschenkiefer als Arzneipflanze und destillierte 1856 erstmals das Öl aus Nadeln und Ästen. Das Kräuteröl wird in kleinen Tropfen in die Pastillen aus Gummi arabicum eingearbeitet und durch das Lutschen langsam freigesetzt.

Weitere Inhaltsstoffe der seit 1926 erhältlichen Bonbons bei Husten und Heiserkeit sind Pfefferminzöl, Spitzwegerichkraut, Thymian und Primelwurzel. Die Bonbons können auch als „Hot Lagubo“ in heißem Wasser aufgelöst und wie ein Tee getrunken werden. Die Kombination sei weltweit einzigartig. „Früher war es ein Arzneimittel und enthielt noch Ephedrin und ein Lokalanästhetikum“, sagt Niklas.

Mittlerweile ist es als Lebensmittel zugelassen. Die Apotheker verfeinerten die Rezeptur und verwenden beispielsweise seit 2018 Bio-Latschenkieferöl. Im Schnitt verkaufte Niklas über seine Marienapotheke rund 700 Dosen mit je 60 Pastillen. „Wir haben uns entschieden, es künftig in größerem Maßstab auf den Markt zu bringen.“

Der Apotheker bestellte 40.000 Dosen und ließ von einem deutschen Lohnhersteller 1,2 Tonnen Pastillen fertigen. Mit seiner Frau ist er seit Kurzem in seiner Freizeit in einem Bus unterwegs und informiert Apotheker über sein Produkt mit dem Namen „Lagubo“. „Ich bin ein Miniatur-Unternehmer“, sagt er über sich. Das Potenzial der Pastillen sei groß. Das liege nicht allein an der Rezeptur und Wirkung.

Wichtig ist den Pharmazeuten auch das Thema Nachhaltigkeit. Die Inhaltsstoffe stammen aus der Region, die Verpackung ist aus Weißblech. Das Design wurde jüngst überarbeitet und ist seit März auf dem Markt. Bisher hat er rund 2000 der 20.000 abgefüllten Dosen vertrieben. Mit dem Zwischenstand ist Niklas zufrieden. „Das sind immerhin schon 10 Prozent.“

Als Apotheker sei ihm wichtig, dass seine Kunden eine gute Marge hätten. „Das Produkt muss wirtschaftlich für Inhaber interessant sein“, betont er. Die Pastillen haben eine PZN und sind gelistet. Der Verkaufspreis einer Dose liegt bei knapp 7 Euro. „Lagubo“ sei von der Aufmachung her nicht langweilig und generisch wie die Produkte großer Hersteller, so Niklas.

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