Pandemie drückt aufs Auslandsgeschäft

PharmaSGP: Zweite Welle vermiest das Jahr

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Berlin -

Bisher kam PharmaSGP mit einem blauen Auge durch die Covid-19-Pandemie. Doch die zweite Welle samt harter Lockdowns in vielen europäischen Ländern schlägt nun härter ein als im Frühjahr. PharmaSGP muss seine Prognose nach unten korrigieren – der ohnehin strapazierte Aktienkurs des Newcomers an der Börse bricht ein.

Das erste Börsenjahr von PharmaSGP hätte bisher besser laufen können. Zwar wuchs der Umsatz in den ersten neun Monaten um 6,2 Prozent auf 49 Millionen Euro. Und entsprechend der Wachstumsstrategie erhöhte sich der Umsatz in den ausländischen Märkten um 21 Prozent auf 15 Millionen Euro, was einem Anteil am Gesamtumsatz von 31 Prozent ergibt.

Doch im wichtigen Heimatmarkt stagnierte der Umsatz bei knapp 34 Millionen Euro. Die Erholung des deutschen OTC-Marktes setze sich „mit vermindertem Momentum“ fort, so das Unternehmen, und habe auch im dritten Quartal unter Vorjahr gelegen. Dem Trend konnte sich PharmaSGP zwar ein Stück weit entziehen, sodass auch die deutlichen Rückgänge beim Kollegendrink Fulminan mehr als kompensiert wurden. Doch die Börse hatte vom Newcomer mehr erwartet – vor allem was den Ausblick angeht.

Denn es sind vor allem die ausländischen Wachstumsmärkte, die PharmaSGP nun besondere Sorgen bereiten. Das vierte Quartal war bislang durch rasant steigende Infektionszahlen gekennzeichnet, die deutlich über dem Niveau des Frühjahres liegen. In der Folge seien in Zielmärkten wie Italien, Frankreich oder Österreich Einschränkungen für das öffentliche Leben wieder deutlich ausgeweitet worden, so PharmaSGP, teilweise bis hin zu flächendeckenden, harten Lockdowns.

„Während sich die Covid-19-Pandemie im Frühjahr 2020 auf unsere Geschäftsentwicklung nur geringfügig auswirkte, hat diese massiv verschärfte Situation in den europäischen Ländern auch bei uns im vierten Quartal negative Effekte auf die Absatzentwicklung und Distribution“, erklärt CEO Natalie Weigand. „Insbesondere für die ab Ende des dritten Quartals eingeführten Neuprodukte entwickeln sich die Absatzzahlen nicht so dynamisch wie im Normalfall üblich und entsprechen nicht der von uns erwarteten Planung für das vierte Quartal. Des Weiteren haben Einschränkungen im Logistik- und Distributionsprozess negative Auswirkungen auf unser Gesamtportfolio.“

So würden etwa quarantänebedingte Personalausfälle bei Logistikpartnern zu Verzögerungen bei der Produktauslieferung führen und die Neuprodukte einen deutlich langsameren Distributionsaufbau durch verzögerte Einbuchungen in die Kataloge der Großhändler erfahren. Die bisherige Prognose für das Gesamtjahr habe unter der Annahme gestanden, dass es im zweiten Halbjahr nicht erneut zu einem flächendeckenden Lockdown in den Zielmärkten kommt und die Produkteinführungen wie geplant zum Wachstum beitragen. „Aufgrund der beschriebenen Faktoren rechnet der Vorstand daher nun mit einem Umsatzwachstum und einer bereinigten EBIT-Marge unterhalb der bisherigen Prognose“, so das Unternehmen.

Bislang hatte PharmaSGP für das Gesamtjahr im Vergleich zum ersten Halbjahr eine weitere Erhöhung des Umsatzwachstums und der bereinigten EBIT-Marge in Aussicht gestellt – als mehr als 7,2 Prozent beziehungsweise 31,5 Prozent. Angesichts der aktuellen Situation sei eine verlässliche Einschätzung der Umsatz- und Ergebnisentwicklung für das vierte Quartal – und damit auch das Gesamtjahr – derzeit noch nicht möglich. An der Börse kamen diese Nachrichten nicht gut an. Die PharmaSGP-Aktie fiel am Montag zweitweise unter 25 Euro – gestartet war sie im Juni mit mehr als 35 Euro.

Dabei hatte der Hersteller sein Portfolio im ersten Halbjahr über Line Extensions, die Erschließung neuer Indikationsbereiche und den Ausbau der internationalen Märkte durchaus erfolgreich weiterentwickelt. „Der Ausbau des Produktportfolios wurde im dritten Quartal konsequent fortgesetzt“, so PharmaSGP. So wurde in Deutschland das Rubaxx-Portfolio um Rubaxx Gicht verstärkt. Unter der Marke Restaxil wurde in Deutschland ein CBD-Gel eingeführt. Zusätzlich wurde für Deutschland und Österreich mit Restaxil UMP B-Komplex ein Nahrungsergänzungsmittel speziell zur Unterstützung der Nervengesundheit entwickelt. Mit Rubaxx Estratto, einem Phytokomplex für die Gelenkfunktion, wurde die Marke Rubaxx in Italien weiter ergänzt. Ebenso wurde die Marke Mavosten zum Ende des dritten Quartals mit Mavosten Forte weiter ausgebaut.

 

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