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Apotheken-Franchise

Blume gegen easy

Berlin - Alles andere als easy geht es derzeit beim gleichnamigen Franchisegeber für Apotheken zu: Während die neuen Vorstände Lars Horstmann und Stephan Just am Neustart arbeiten, tobt hinter den Kulissen ein Kampf um die Machtverhältnisse im Unternehmen. Firmengründer Oliver Blume streitet über seinen Rausschmiss aus dem Vorstand vor Gericht und mauert bei sämtlichen Beschlüssen. Infolge der jüngsten Kapitalerhöhung könnte Blume seine Sperrminorität verlieren – sofern die neuen Herren im Haus damit durchkommen.

Nach außen klingt beim Discounter alles friedlich: „easyApotheke auf der Überholspur – Gesellschafter beschließen Kapitalerhöhung“, vermeldete die Systemzentrale in dieser Woche. Das Problem: Auf der linken Spur ist, um im Bilde zu bleiben, Blume als Geisterfahrer unterwegs.

2010 hatte der Marketingexperte wegen Liquiditätsengpässen neue Investoren an Bord geholt: Neben dem Bielefelder Textilgroßhandel Katag stiegen die Stuttgarter Industriellenfamilie Magirus sowie als Kreditgeber die NBank und die Mittelständische Beteiligungsgesellschaft des Landes Niedersachsen ein.

Ein halbes Jahr später musste Blume sein Büro in der Hildesheimer Zentrale räumen. Zuvor war Jörg Paulmann, Spross einer niedersächsischen Unternehmerfamilie (Paulmann Licht) und seit den Anfangstagen Blumes Kompagnon bei easy, überraschend als Finanzvorstand zurückgetreten. Angeblich hatte es Unstimmigkeiten bei der Buchführung gegeben. Dazu kamen unterschiedliche Auffassungen zu den Konzepten „easyApotheke compact“, das Blume von Anfang an ablehnte, und „easyZahnarzt“, das seine neuen Partner nicht wollten.

 

Blume verlor aber nicht nur sein Amt als Vorstandschef, sondern im Zuge einer Kapitalerhöhung auch die Mehrheit. Immerhin blieben ihm etwas mehr als 25 Prozent, sodass er bei der jüngsten Hauptversammlung Ende Juni in Düsseldorf wichtige Beschlüsse blockieren konnte. Wo seine Stimmrechte nicht reichten, legte er Widerspruch ein.

Und so dürfte der Streit vor dem Landgericht Hannover demnächst in die nächste Runde gehen. Vor allem gegen die neuerliche Kapitalerhöhung wird Blume vermutlich klagen. Zwar war laut Vorstand frisches Geld notwendig, um eine Insolvenz abzuwenden. Doch weil Blume nicht mitgegangen ist, liegt sein Anteil jetzt nur noch bei knapp 10 Prozent.

Um eine Verwässerung zu verhindern, hätte der Firmengründer noch einmal 250.000 Euro nachschießen müssen. Weil er das nicht gemacht hat, werden seine Bezugsrechte jetzt unter den Partnern, die seine Feinde sind, aufgeteilt.

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