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Kontaminierung vermeiden

Wichtig: Einmalhandschuhe richtig an- und ausziehen

Nur durch das richtige An- und Ausziehen können Einmalhandschuhe vor Viren & Co. schützen.Foto: Cabeca de Marmore/ Shutterstock.com

Berlin - Nur das richtige Tragen von Einmalhandschuhen bietet einen Schutz vor Keimen oder Keimübertragungen. Hierfür ist neben dem An- und Ausziehen auch die Desinfektion der Hände wichtig. Gerade jetzt sind immer mehr Menschen auf das Tragen von Schutzhandschuhen angewiesen – für den richtigen Umgang mit Nitril, Vinyl und Latex sollten somit einige Punkte beachtet werden.

Handschuhe gehören nicht allein zur persönlichen Schutzausrüstung des Trägers, auch Patienten oder Kunden sollen durch das Tragen geschützt werden. Seit der Pandemie gehören Schutzhandschuhe nicht mehr nur zum Alltag von Chirurgen und Laboranten: Auch Friseure, Gastronomen sowie zahlreiche andere Berufsgruppen tragen aktuell vermehrt Schutzhandschuhe. Für alle gilt: Nur der richtige Umgang mit den Produkten gewährleistet einen tatsächlichen Schutz, egal ob für den Anwender, den Kunden oder das Produkt.

Vor dem Anziehen sollten die Hände desinfiziert werden. Wichtig ist, dass die gesamte Feuchtigkeit abtrocknet, bevor der Handschuh angezogen wird. Wird nasse Haut mit Latex & Co. bedeckt, so kann es verstärkt zur Ausbildung von Allergien kommen, außerdem kann die Haut aufweichen und in der Folge austrocknen. Egal ob unsteriler Einmalhandschuh oder steriler OP-Handschuh – bei beiden Varianten sollte mit den nackten Fingern immer nur die Innenseite berührt werden. Ist ein Handschuh angezogen, so sollte vom anderen nur noch die Außenseite berührt werden. Generell sollte so wenig Material wie möglich in Kontakt mit den nackten Händen kommen.

Auch beim Ausziehen gibt es einiges zu beachten. Um eine Keimverschleppung zu vermeiden, sollten die Handschuhe nach innen gestülpt werden. Zunächst wird ein Handschuh am Bündchen gefasst und bis zu den Fingerspitzen ausgezogen. Dann folgt das Umgreifen auf den anderen Handschuh. Am Ende zeigen die eigentliche Außenseiten, mit allen möglichen Rückstanden, nach innen. Der Prozess ist stellenweise vergleichbar mit dem Zusammennehmen eines Sockenpaares. Für eine bessere Veranschaulichung hat die Firma B.Braun einen bebilderten Leitfaden zum An- und Ausziehen von medizinischen Untersuchungs- und Schutzhandschuhen entwickelt. Nach der Entsorgung der Einmalhandschuhe sollte erneut eine hygienische Händedesinfektion stattfinden. Ergänzt werden sollte eine adäquate Hautpflege mit duft- und farbstofffreien Cremes.

Weitere Tipps für das Tragen von Handschuhen

Tipp 1 – Keine gepuderten Handschuhe

Gepuderte Handschuhe verfügen über einen besonderen Tragekomfort. Durch die Pulvermoleküle wird das Anziehen erleichtert – die Hand gleitet besser hinein, auch wenn sie nicht vollständig trocken ist. Durch den Puder weicht die Haut nicht so schnell auf. Dennoch: Gepuderte Handschuhe sind veraltet, das gilt insbesondere für Latexhandschuhe. Latex ist ein Naturprodukt mit erhöhtem Allergiepotential. Die Proteine aus der Milch des tropischen Gummibaumes sind hierfür verantwortlich. Das Risiko steigt mit zunehmendem Gehalt von Latexproteinen im Produkt. Gepuderte Handschuhe enthalten in der Regel deutlich höhere Proteinkonzentrationen, die sich am Puder anlagern. Beim An- und Ausziehen werden diese durch die Luft gewirbelt und verteilt. Die Verwendung von gepuderten Latexeinmalhandschuhen ist nicht mehr gestattet.

Tipp 2 – Vulkanisationsbeschleuniger können Ausschlag auslösen

Um Handschuhe in ihre Form zu bringen, werden sogenannte Vulkanisationsbeschleuniger eingesetzt. Hierbei handelt es sich um chemische Substanzen, die Gummi schneller oder bei niedrigeren Temperaturen fest werden lassen. Am häufigsten werden schwefel- und stickstoffhaltige organische Materialien eingesetzt. Gut geeignet sind vor allem Derivate von Benzothiazol, eine Verbindung aus der Gruppe der Schwefel-Stickstoff-Heterocyclen.

Tipp 3 – Häufiges Desinfizieren kann dem Material schaden

Nicht alle Handschuh-Typen sind gleich gut beständig gegen Desinfektionsmittel. Manche Materialien verändern ihre Struktur nach mehrmaligem Benetzen mit Desinfektionslösungen. So wirkt Latex nach dem Desinfizieren oft seifig. Diese Veränderung in der Haptik kann zu der Annahme führen, dass das Material undicht wird. Während Untersuchungen zeigen, dass Latexhandschuhe unter dem Einfluss von Ethanol tatsächlich nach zehn Minuten durchlässig werden, verdichtet sich das Material bei Kontakt mit Isopropanol jedoch sogar. Somit muss innerhalb der Alkohole auch zwischen Isopropanol und Ethanol unterschieden werden. Um genaue Aussagen zu einem bestimmten Produkt zu bekommen sollte Rücksprache mit dem Hersteller gehalten werden. Diese verfügen über Datenblätter, die die Durchdringzeit von verschiedenen Substanzen auflisten.

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