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Morbus Crohn

EU-Zulassung für Darvadstrocel

Allogene Stammzelltherapie gegen Fisteln: Mit Alofistel steht Morbus Crohn-Patienten bald eine Injektionssuspension zur Verfügung.Foto: Pixabay

Berlin - Fisteln gehören zu den Begleiterscheinungen der chronisch entzündlichen Darmerkrankung Morbus Crohn. Mit Alofisel (Darvadstrocel, Takeda/TiGenix) hat erstmals eine allogene Stammzelltherapie die EU-Zulassung erhalten.

Alofisel ist zur Behandlung komplexer perianaler Fisteln bei erwachsenen Patienten mit Morbus Crohn zugelassen, deren Erkrankung nicht oder nur leicht aktiv ist. Die Suspension wird angewendet, wenn die Fisteln auf mindestens eine konventionelle oder biologische Therapie nicht angesprochen haben. Das Arzneimittel wird parenteral nach Beruhigung der Entzündung der Fistel verabreicht.

Der Wirkstoff enthält expandierte adipöse Stammzellen, die aktiviert die Proliferation der Lymphozyten sowie die Freisetzung von proinflammatorischen Zytokinen minimieren. Darvadostrocel besitzt aufgrund der immunregulatorischen Aktivität entzündungshemmende Eigenschaften auf das Fistel-umgebende Gewebe.

Das Arzneimittel soll als Suspensionsinjektion zu 5 Millionen Zellen/ml auf den Markt kommen. Die Zulassung basiert auf Daten der klinischen Phase-III-Zulassungsstudie Admire-CD, die Sicherheit und Wirksamkeit des Arzneimittels gegenüber der Kontrollgruppe bestätigt. An der Studie nahmen 212 Probanden teil. Nach einem Behandlungszeitraum von 24 Wochen war bei etwa der Hälfte der Teilnehmer eine Remission zu verzeichnen. In der Kontrollgruppe trat diese bei etwa einem Drittel der Patienten ein. Follow-up-Daten konnten die Wirksamkeit untermauern. Alofisel kommt daher als Zweitlinientherapie zum Einsatz.

Perianale Fistel können als abnormale Tunnel zwischen dem Analkanal und der perianalen Haut bezeichnet werden. Etwa 20 Prozent der Patienten mit Morbus Crohn sind betroffen. Die Fisteln können Schmerzen, Infektionen, Ausfluss oder Inkontinenz verursachen und die Lebensqualität der Patienten reduzieren. Als Behandlungsmöglichkeiten gelten Operation oder eine medikamentöse Therapie, wobei der chirurgische Eingriff keine Heilung verspricht, da die Fisteln erhebliche postoperative Rezidivraten bestehen. Medikamentös kann mit Antibiotika, Immunsuppressiva oder TNF-α-Inhibitoren therapiert werden.

Morbus Crohn wird vor allem bei jungen Menschen zwischen dem 15. und 35. Lebensjahr diagnostiziert. Entzündet können das Ende des Dünndarms und der obere Teil des Dickdarms sein. Die Erkrankung verläuft in Schüben, so wechseln sich Wochen des Durchfalles und starker Schmerzen mit Wochen der Beschwerdefreiheit ab. Die Patienten können bislang nicht vollständig geheilt werden. Für die Therapie stehen beispielsweise Kortison, Azathioprin, Mesalazin oder künstlich hergestellte Antikörper wie Infliximab zur Verfügung.

Genetische Veranlagung, Rauchen oder auch die Psyche werden mit der Entstehung der chronisch entzündlichen Darmerkrankunge verantwortlich gebracht. Wissenschaftler konnten aber auch zeigen, dass das B-Zell-Lymphom-3-codierte Protein (Bcl-3) bei Patienten mit Morbus Crohn im Darm erhöht vorhanden und tatsächlich Auslöser der Erkrankung ist. Bcl-3 ist als Onkogen zudem an der Entstehung verschiedener Krebserkrankungen beteiligt.

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