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Spahn besucht Gehe-Wundzentrum

Berlin - Hoher Besuch bei McKesson: Gesundheitsminister Jens Spahn hat dem Wundzentrum Düsseldorf einen Besuch abgestattet. Dessen Geschäftsführer nutzte den Termin, um den CDU-Politiker auf die Schwierigkeiten hinzuweisen, die die Wundzentren bei der Abrechnung mit den Krankenkassen haben.

Offene Beine, Druckgeschwüre, diabetische Füße: Die Arbeit in Wundzentren ist oftmals nichts für schwache Nerven. André Lantin, Geschäftsführer von WZ-Wundzentren, führte Spahn durch die Einrichtung und erklärte ihm die Versorgungsstruktur und -qualität sowie die Bedeutung des Zentrums für die Betroffenen. Spahn habe sich beeindruckt gezeigt von der täglichen Praxisarbeit der spezialisierten Pflegefachkräfte, wie das Wundzentrum schreibt.

„Die Behandlung chronischer Wunden ist eine Herausforderung. Es geht um mehr als einen Verbandwechsel“, so der Minister. „Wundzentren leisten einen wichtigen Beitrag zum Therapieangebot für Patientinnen und Patienten.“ Lantin zeigte sich zufrieden mit der Aufmerksamkeit, die der Minister dem Thema entgegenbrachte. „Entscheidungen der Politik spielen bei unserer Arbeit eine aktuelle und akute Rolle“, so Lantin.

Und er berichtete, wo ihm dabei der Schuh besonders drückt: Die Abrechnung der Pflegeleistungen mit den mehr als 100 Krankenkassen sei nämlich „oft schwierig“. So würden erbrachte Leistungen zum Teil abgelehnt, weil der Gemeinsame Bundesausschuss (GB-A) nach Auffassung vieler Krankenkassen vorerst noch Richtlinien für die Versorgung schwer heilender und chronischer Wunden erstellen soll.

„Der Verweis der Krankenkassen auf die Richtlinien scheint manchmal ein geeigneter Grund, um zu sparen – zu Lasten der Versicherten und Pflegefachkräfte“, kritisiert Lantin. „Denn der Gesetzgeber hat bereits im April 2017 Wundzentren als spezialisierte Pflegeeinrichtung zum Leistungserbringer anerkannt und das Versorgungsproblem erkannt.“

Gehe/Celesio betreibt Wundzentren seit 2010, mit der Übernahme durch McKesson 2014 gingen sie in den Besitz des US-Konzerns über. Seinen Ursprung hat das Konzept in Steinfurt: Dr. Werner Gajewski, ehemals Inhaber mehrerer Apotheken und Sprecher des ISA-Verbandes, stellte 2008 den ersten zertifizierten Wundmanager ein. Das Geschäft wurde unter der Leitung des Pflegeexperten Lantin aus der Apotheke ausgegliedert; die ersten externen Wundzentren wurden gegründet. 2009 stieg Gehe in die Projektleitung ein und kaufte die Firma 2010.

Seit 2008 haben die Wundzentren laut eigenen Angaben über 20.000 Patienten erfolgreich behandelt. Bei einem Großteil der Patienten sei ein Wundverschluss innerhalb von vier Monaten erreicht worden. Mittlerweile gibt es 15 Standorte im ganzen Bundesgebiet.

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