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Medi24

Allianz steigt in die Telemedizin ein

Tele-Doc vom Versicherer: Die Allianz bietet ab sofort in Zusammenarbeit mit Medi24 eine Telemedizinhotline an.Foto: Pixabay

Berlin - Die Freigabe der Telemedizin zieht immer mehr Unternehmen an: Allianz Partners, der operative Teil des Versicherungskonzerns Allianz SE, startet ein eigenes Telemedizin-Angebot. Unter dem Namen Medi24 können sich Patienten künftig telefonisch von mehreren Dutzend Ärzten beraten lassen. Damit will sich der Versicherer auch auf dem deutschen Markt „als ernstzunehmender Anbieter positionieren“, so DACH-Geschäftsführer Philipp Kroetz. Die Lockerung des Fernbehandlungsverbots sei ein „entscheidender Schritt in Richtung digitale Zukunft im Gesundheitssektor, den Allianz Partners mit der Einführung von Medi24 auf dem deutschen Markt aktiv gestaltet“.

„Ab sofort können sich Patienten ihren medizinischen Rat in allen gesundheitlichen Fragen ganz einfach per Telefon einholen“, verspricht die Allianz. Ein rund 80-köpfiges interdisziplinäres Team, dem über 30 Fachärzte aus 13 Fachbereichen angehören, sei dazu rund um die Uhr erreichbar. In der Testphase ist der Service kostenlos, wie lange diese Testphase geht, gibt Allianz allerdings noch nicht bekannt.

Das medizinische Personal soll die Situation des Patienten umfassend bewerten und „auf Basis langjähriger Erfahrung und bewährter Systeme“ eine Handlungsempfehlung aussprechen. Ist die Situation akut, wird der Patient an ein Krankenhaus oder eine Arztpraxis verwiesen. „Oftmals reicht auch eine Empfehlung zur Selbstbehandlung oder bei Bedarf ein Anschlusstelefonat mit einem Medi24-Facharzt“, schreibt der Versicherer.

Mit dem Angebot will Allianz nach eigenen Angaben Antworten „auf viele Themen, die das deutsche Gesundheitssystem beschäftigen“, liefern, namentlich medizinische Versorgungslücken in ländlichen Regionen, überfüllte Wartezimmer und Notaufnahmen. „Vielen Patienten können wir direkt helfen und ihnen beispielsweise einen unnötigen Besuch in der Notaufnahme ersparen“, erklärt Milan Kingreen, der das Projekt leitet. „Das kommt nicht nur den Patienten zugute, sondern auch dem Gesundheitssystem insgesamt.“

Dabei muss Allianz für das Projekt wenig neue Strukturen aufbauen, denn Medi24 gibt es in der Schweiz seit 20 Jahren. Das Leistungsspektrum des Telemedizin-Anbieters umfasst individuelle Dringlichkeitsevaluierung, eine allgemeine medizinische Beratung, etwa zu Medikamenten, die Anleitung zur Selbstbehandlung sowie die ärztliche Konsultation im Bedarfsfall. Mehr als 4,8 Millionen medizinische Konsultationen habe Medi24 seit 1999 getätigt, so die Allianz.

Vergangenes Frühjahr hatte der Deutsche Ärztetag das Fernbehandlungsverbot gekippt, wonach Ärzte neue Patienten nur nach persönlichem Gespräch behandeln dürfen. Zwei Drittel der 17 Landesärztekammern haben den Beschluss bereits aufgegriffen und Lockerungen ihrer Berufsordnungen beschlossen. Politischen Streit um das Thema gibt es derzeit in Mecklenburg-Vorpommern, wo die Landesregierung versucht, auf die Ärzteschaft einzuwirken, ihre Berufsordnung dahingehend zu ändern. Doch die Ärzte stellen sich quer.

Auf wachsende Spielräume für die Telemedizin im ganzen Bundesgebiet setzt auch DrEd. Der Computer-Doktor setzt darauf, dass dass perspektivisch auch die Fernverschreibung fester Bestandteil der ärztlichen Versorgung wird. Um in diesem Prozess „auf Augenhöhe“ mit Krankenkassen und anderen Stakeholdern zu verhandeln zu können, müsse man vor Ort sein, erklärte Geschäftsführer David Meinertz und kündigte an, noch im Frühjahr eine Niederlassung in Deutschland zu eröffnen.

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