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Entwicklungshilfeprojekt

Kenia: Solaranlage für die Apotheke

Berlin - Ein Solardach auf der Apotheke ist auch hierzulande noch eine Seltenheit. Während man aber überall in Deutschland stattdessen seinen Strom ganz klassisch von den Stadtwerken beziehen kann, haben 1,1 Milliarden Menschen weltweit gar keinen Zugang zu einem Stromnetz. Vor allem für die Gesundheitsversorgung ist das fatal. Die NGO World Vision und Panasonic haben nun eine kenianische Apotheke mit einer Solarstrom-Anlage ausgerüstet, um zu helfen, die Arzneimittelversorgung der dortigen Bevölkerung sicherzustellen.

Atemberaubende Steppenlandschaften, eine faszinierende Tierwelt und die jahrhundertealte Kultur der Massai – Narok County, nordöstlich des Serengeti-Nationalparks an der Grenze zu Tansania, sieht aus wie aus dem Reisekatalog. Was Touristen und Afrika-Romantiker oft nicht sehen: Ein großer Teil der dortigen Bevölkerung leidet unter den schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen und unzureichender Infrastruktur. So sind gerade einmal 5,6 Prozent der knapp eine Million Einwohner der Region an das Stromnetz angeschlossen. In ganz Kenia sind es 22,7 Prozent der Bevölkerung.

Die christliche Entwicklungshilfeorganisation World Vision und der japanische Elektronikkonzern Panasonic wollen nun in der Region Abhilfe schaffen. Anlässlich der diesjährigen Feiern zum hundertjährigen Bestehen des Unternehmens hat Panasonic das „Projekt für netzferne Lösungen“ gestartet, das vor allem in Afrika und Asien mittels Solartechnik Strom in Gegenden bringen soll, die bisher an kein Netz angeschlossen sind.

Ziel sei es vor allem, für die rund 7000 Kinder des Ortes Ilkimati in Narok County eine nachhaltige Verbesserung der Lebensumstände herbeizuführen. Dazu wurden zwei der wichtigsten lokalen Institutionen aufgerüstet: die Schule und die lokale Apotheke. Beide erhielten je eine Solarstation und Beleuchtungsmittel. Zur Förderung der Nachhaltigkeit des Projekts sollen die Begünstigten geschult werden. Grundkenntnisse in den Bereichen Elektrizität und Elektrizitätssysteme sollen ihnen beigebracht werden sowie das nötige Know-How zur Wartung der Anlagen.

Nur wenige Kilometer südwestlich, jenseits der tansanischen Grenze, führen auch die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), die Deutsche Post und das Unternehmen Wingcopter seit vergangenem Jahr ein Hilfsprojekt zur Verbesserung der Arzneimittelversorgung durch. In Mwanza, am Ufer des Viktoriasees, steht das einzige Arzneimittellager der Region, von dem aus alle umliegenden Gemeinden versorgt werden, auch die 400.000 Einwohner von Ukerewe, der größten Binneninsel des afrikanischen Kontinents. Es ist deren einzige Quelle für Arzneimittel.

Zwischen Mwanza und Ukerewe sind es 240 Kilometer Landweg. Das Problem: Wegen des schlechten Zustands der Infrastruktur braucht man im Schnitt sechs Stunden für die Strecke. Insbesondere die Belieferung medizinischer Einrichtungen zur Notfallversorgung der Bevölkerung mit nur kurz haltbaren, kühlpflichtigen Medikamenten war bisher aufgrund der Distanz aber gar nicht möglich, befindet die GIZ. Dabei ist die dringend nötig. Vor allem mit Typhus, Malaria und Bilharziose haben die Bewohner von Ukerewe zu kämpfen.

Die Luftlinie von der Stadt auf die Insel beträgt hingegen nur 60 Kilometer. Deshalb haben GIZ, DHL und Wingcopter ein Pilotprojekt gestartet: Mit der Drohne „DHL Paketkopter 4.0“ kann die Distanz in nur 40 Minuten überwunden werden. Rund vier Kilogramm Last kann sie verpackt in einer Styroporbox aufnehmen und mit 130 km/h durch den Himmel befördern. Neben einer kleinen Landefläche benötigt das gelbe Fluggerät „kaum Infrastruktur“ und kann für den Rückflug zusätzlich mit Blut- und Laborproben beladen werden. Das Projekt könne „ein Eisbrecher für Tansania, vielleicht für ganz Afrika sein“, um den allgemeinen Zugang zu lebensrettenden Medikamenten zu gewährleisten, so ein lokaler Verantwortlicher.

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