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Vitamin D

Gala: Fragen Sie nicht den Apotheker!

Berlin - Geht es um die neuesten Promi-Gerüchte, ist die Gala eine der gefragtesten Zeitschriften. Das Magazin von Gruner + Jahr berichtet auch über Mode, Lifestyle und jüngst Supplemente: Die Beauty-Redaktion veröffentlichte einen Artikel über Vitamin D – mit einem vernichtenden Urteil über Apotheken.

Die Gala erscheint jeden Donnerstag. Die Auflage umfasst rund 291.000 Hefte, davon werden rund 81.000 über den Lesezirkel verteilt – viele landen in Arztpraxen. Im Heft 6 widmete sich die Zeitschrift unter dem Titel „Frag mich nach Sonnenschein“ in einem mehrseitigen Bericht dem Thema Vitamin D und Nahrungsergänzung.

In der Gala erklärte der Mediziner Dr. Matthias Riedl zunächst die Wirkung von Vitamin D. Auch über den besten Zeitpunkt für eine Messung des Speichers wurde informiert: Eine Blutuntersuchung beim Arzt sei jetzt beziehungsweise zum Ende des Winters hin sinnvoll. Riedl zufolge sollte der optimale Vitamin D-Spiegel bei knapp über 30 ng/ml liegen, um sich vor brüchigen Knochen zu schützen. Laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist bei einem Wert von 20 ng/ml ausreichend Vitamin D für die Knochengesundheit vorhanden.

Beim Thema Nahrungsergänzungsmittel wird laut Bericht nicht gleich der Gang in die Offizin empfohlen: „Bevor Sie nun aber proaktiv die nächste Apotheke ansteuern, sollten Sie immer erst Ihren Vitamin D-Wert vom Arzt bestimmen lassen.“ Der Mediziner wisse, ob eine zusätzliche Gabe nötig sei und wie hoch die Dosis ausfallen müsse. In einer Zwischenüberschrift empfiehlt die Zeitschrift fettgedruckt und in Großbuchstaben: „Fragen sie den Arzt, nicht den Apotheker“. Konkreter wird der Rat nicht erklärt.

Außerdem heißt es in dem Bericht, dass ab Lichtschutzfaktor 20 die Vitamin D-Aufnahme gehemmt sei. Für die notwendige Zufuhr reiche es, Gesicht, Hände und Arme unbedeckt und ohne Sonnenschutz zwei- bis dreimal pro Woche für ein paar Minuten der Sonne auszusetzen.

Riedl rät den Lesern, vom Arzt oder Ernährungsexperten genau abklären zu lassen, warum eine Substitution angebracht und welches Präparat das richtige sei. Zudem solle geklärt werden, ob die Dosis im Laufe der Zeit angepasst werden müsse.

Auch die Frauenzeitschrift Glamour ging Ende 2018 auf das Thema ein und riet: Man sollte „nicht direkt in die nächste Apotheke laufen“. „Denn durch eine Überdosierung von Vitamin D, die natürlich nur durch Nahrungsergänzungsmittel möglich ist, kann es zu Nierensteinen und -verkalkung kommen.“

Im Gegensatz zu anderen Vita­minen kann Vitamin D laut BfR aus Vorstufen, die im Körper vorhanden sind, selbst gebildet werden. Die körpereigene Bildung erfolgt durch Sonnenlichtbestrahlung der Haut. Die UVB-Lichtexpo­sition leistet im Vergleich zur Vitamin D-Zufuhr über die Nahrung den deutlich größeren Beitrag für die Versorgung. Vitamin D regelt den Calcium- und Phosphatstoffwechsel und fördert dadurch die Härtung des Knochens. Es ist noch an weiteren Stoffwechselvorgängen beteiligt und hat Einfluss auf die Muskelkraft.

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