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Medizinprodukt

Reluba: Alginat gegen Sodbrennen

Berlin - Sodbrennen und Speiseröhrenentzündung sind weit verbreitet. Zwischen 20 und 40 Prozent der Menschen in der westlichen Welt sind betroffen – 7 Prozent leiden beinahe täglich unter den Symptomen. Aus Ellerbek kommt seit einigen Monaten ein Medizinprodukt, das Linderung verschaffen soll. Reluba Sodbrennen Liquid (Janus Medica) setzt auf Alginat und die Verbindung von Carbonat und Bicarbonat.

Reluba ist laut Hersteller zur Behandlung und Vorbeugung von gastroösophagalem Reflux und Magenübersäuerung sowie zum Schutz der Schleimhäute in Magen und Speiseröhre auf dem Markt. Das apothekenexklusive Medizinprodukt ist zu 10 und 20 Beutel zu je 15 g erhältlich. Die Suspension soll überschüssige Magensäure neutralisieren und die Schleimhäute schützen.

Janus Medica verspricht eine schnelle Linderung der Beschwerden, außerdem sei das Medizinprodukt eine Alternative zu Protonenpumpenhemmern (PPI). Das enthaltene Alginat ist ein isoliertes Polysaccharid aus bestimmten Algen und führt zur Bildung eines viskosen Gels, das sich auf die Magenschleimhaut legt. Dieses soll die Aufstiegsbewegungen des Mageninhalts erschweren und so den Reflux verringern. Zudem werde die Magensäure neutralisiert – dafür sind das enthaltene Calciumcarbonat und Kaliumbicarbonat verantwortlich. Die durch die Neutralisation entstandenen Kohlendioxidblasen sollen vom Alginatgel eingefangen werden. Tamarindensamen sollen zusätzlich zur magenschützenden Wirkung beitragen.

Der Hersteller spricht bei Reluba von einem neuartigen Wirkmechanismus. Allerdings setzt Reckitt Benckiser mit Gaviscon Dual seit Jahren auf die Kombination aus Natriumalginat, Natriumhydrogencarbonat und Calciumcarbonat. Die apothekenpflichtigen Präparate sind als Kautablette und Suspension erhältlich und zur Behandlung der säurebedingten Symptome des gastroösophagealen Reflux wie Sodbrennen, saures Aufstoßen oder Verdauungsstörungen beispielsweise nach den Mahlzeiten oder während der Schwangerschaft zugelassen. Das enthaltene Alginat wird aus Braunalgen gewonnen und legt sich als Schutzbarriere auf den Mageninhalt und verhindert so den Reflux, ohne dabei selbst vom Körper aufgenommen zu werden. Kommt die Suspension mit der Magensäure in Kontakt, bildet sich aus dem Alginat eine Gelschicht, die wie eine Luftmatratze auf dem Mageninhalt schwimmt.

Im Handel sind außerdem Magaldrat-haltige Kautabletten und Gele. Magaldrat besteht aus Aluminium- und Magnesiumhydroxiden. Das Schichtgitterantazidum besitzt säureneutralisierende Eigenschaften und vermag den pH-Wert des Magens zwischen 3 und 5 zu halten. In der besonderen Gitterstruktur sind die Salze zunächst fest gebunden. Im sauren Milieu des Magens löst sich die Struktur langsam auf. So werden eine verlängerte Wirkung erreicht und ein konstanter pH- Bereich im Magen gewährleistet. Die Wirkung ist auf die Bindung von Protonen durch die Hyroxidionen der Zwischengitterschicht zurückzuführen. Außerdem bindet Magaldrat Pepsin, Gallensäuren und Lysolecithin.

Antacida mit basischen Salzen lösen im Magen eine chemische Reaktion aus und neutralisieren so die überschüssige Magensäure. Leider hält die gewünschte Wirkung oft nicht sehr lange an; der pH-Wert des Magens wird mitunter so sehr herabgesetzt, sodass der Körper nach kurzer Zeit mit einem Überschuss an Magensäure reagiert. Da die Präparate zu Elektrolytverschiebungen führen können, sind sie bei Niereninsuffizienz kontraindiziert. Im Beratungsgespräch muss erwähnt werden, dass andere Medikamente mit einem Abstand von mindestens zwei Stunden eingenommen werden sollten. Denn bilden sich schwer lösliche Komplexe, wird die Wirkung der Arzneimittel abgeschwächt oder komplett unterdrückt.

Außerdem werden H2-Antagonisten eingesetzt. Diese blockieren die körpereigenen Histaminrezeptoren am Magen. Normalerweise führt das Andocken von Histamin zur Produktion von Magensäure. Binden sich nun Ranitidin oder ein anderer Wirkstoff dieser Gruppe an die Rezeptoren, bleibt die Magensäureproduktion aus.

Im Rahmen der Selbstmedikation können bei Reflux auch PPI eingesetzt werden. Diese sind zu 20 mg in der Packungsgröße sieben und 14 Stück auch ohne Rezept erhältlich. Der Wirkstoff wird im Dünndarm resorbiert. Von dort aus gelangt er über das Blut in die säureproduzierenden Belegzellen des Magens, wo die sogenannte H+/K+-ATPase gehemmt und so die Produktion der Magensäure verhindert wird. Da sie nicht sofort wirken, eignen sie sich nicht für akutes Sodbrennen. Sie sind eher für chronische Beschwerden geeignet. In der letzten Zeit sind Omeprazol und Pantoprazol jedoch in Verruf geraten, da sie bei dauerhafter Einnahme zu langfristigen Nebenwirkungen führen können.

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