Covid-19-Impfung in Betrieben

36 Dosen: Bionorica muss teilen

/ , Uhr aktualisiert am 08.06.2021 10:18 Uhr
Berlin -

Viele Betriebsärzt:innen beginnen im Laufe der Woche mit Corona-Impfungen. Auch die Beschäftigten von OTC- und Pharmaherstellern werden in den kommenden Tagen immunisiert. Bei Bionorica geht es am Donnerstag los, Bayer hat sich mit anderen Unternehmen zusammengetan.

Bionorica geht zum Impfstart im eigenen Betrieb von einer Menge von 36 Dosen Comirnaty aus. Die Betriebsärztin erhalte sie spätestens am Montagabend von ihrer Apotheke. Zum aktuellen Stand könne man davon ausgehen, dass es bei der Anzahl bleibe. Die Medizinerin habe für sich die Höchstmenge bestellt, müsse diese jedoch auf drei Unternehmen aufteilen. Dies erfolge prozentual nach Größe der Belegschaft.

„Wir freuen uns sehr, dass nun immer mehr Mitarbeiter:innen und Führungskräfte von Bionorica gegen Covid-19 geschützt werden. Die Corona-Schutzimpfungen ebnen den Weg zurück zur Normalität“, sagte Firmenchef Professor Dr. Michael A. Popp, der auch Mitglied der Corona-Taskforce des Naturarzneiherstellers ist. Die Anzahl der zur Verfügung stehenden Impfdosen für die kommende Woche erfährt das Unternehmen am Mittwoch.

Die Betriebsärztin des Sinupret-Herstellers betreut mehrere Firmen und kommt deshalb erst am Donnerstag zu Bionorica. Geimpft wird in den Besprechungsräumen im Erdgeschoss eines Verwaltungsgebäudes, die entsprechend eingerichtet werden. Das Interesse der Mitarbeiter:innen sei groß und die ersten Termine schnell ausgebucht gewesen. Bionorica beschäftigt in Deutschland rund 1000 Mitarbeiter. Es sei Bedarf für mehrere hundert Mitarbeiter:innen vorhanden.

Auch für Angestellte des Leverkusener Pharmakonzerns Bayer wird die Impfung in dieser Woche Realität. Der Aspirin-Hersteller hat sich mit 54 weiteren Unternehmen des Chemparks zusammengetan und es wurde ein Impfzentrum errichtet. In Dormagen beginnt die Immunisierung morgen. „Wir freuen uns, dass es jetzt endlich losgehen kann“, sagte Chempark-Leiter Lars Friedrich. Er erwartet, dass anfänglich wegen der knappen Verfügbarkeit noch nicht mit voller Kapazität geimpft werden kann. „Sobald genügend Impfstoff bereitsteht, können wir an unseren Standorten insgesamt rund 20.000 Impfungen pro Woche durchführen und werden das Impftempo entsprechend forcieren.“ Beiersdorf kündigte im ersten Quartal an, dass, sobald der Impfstoff in ausreichender Menge zur Verfügung stehe, in der konzerneigenen Impfstation bis zu 300 Personen am Tag geimpft werden könnten.

Viele Betriebsärzt:innen in Deutschland können erst am Dienstag oder Mittwoch in größerem Umfang mit den Corona-Schutzimpfungen beginnen. Der Präsident des Verbands Deutscher Betriebs- und Werksärzte, Dr. Wolfgang Panter, begründete dies damit, dass die Lieferungen von Impfdosen erst im Laufe des Montags erfolgten. Somit könnten die Ärzt:innen erst für die Folgetage sicher planen.

Die Bereitschaft unter den Betriebsärzt:innen, beim Impfen mitzuwirken, sei sehr hoch, sagte er. Das gelte auch für die Mitarbeiter:innen. In Pilotprojekten hätten sich bis zu 70 Prozent der Angestellten impfen lassen. In der ersten Woche sollen die Arbeitsmediziner:innen insgesamt 702.000 Dosen bekommen, in der zweiten sind es 600.000. Sie starten zunächst mit dem Präparat von Biontech/Pfizer. In KW 25 kann dann auch Janssen bestellt werden.

„Wir könnten mehr leisten“, sagte Panter mit Verweis auf die begrenzten Impfstoffmengen. Rund 6300 Betriebsärzte hätten Impfstoff geordert. „Da ist eine Menge Power da“, sagte der Verbandsvorsitzende. Geimpft werde in großen, mittleren, aber auch in kleinen Betrieben. Auch Familienangehörige können sich bei Betriebsärzten impfen lassen. Panter ging aber davon aus, dass die Unternehmen sich zunächst auf die Belegschaften konzentrieren werden.

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