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Interaktion, Interferenz, Kumulation

ABDATA-Tuning: Das kann die neue Datenbank

Die ABDATA schraubt an einer neuen Datenbank, die die Arbeit in der Apotheke deutlich erleichtern soll.Foto: Elke Hinkelbein

Berlin - Eine perfekte Beratung am HV-Tisch verlangt viel – den pharmazeutischen Sachverstand und die Erfahrung des Personals, aber auch eine gute Datenbank im Hintergrund. Auf der technischen Seite können sich Apotheker und PTA bald über eine stark verbesserte Unterstützung freuen: Die ABDA-Datenbank erfährt derzeit ein umfangreiches Tuning. Vermutlich ab Herbst stehen zahlreiche neue AMTS-Inhalte und Funktionalitäten zur Verfügung.

Profitieren sollen die Apotheke im ersten Schritt von einem deutlich ausgeweiteten Interaktionscheck. In der aktuellen Fassung werden Stoffgruppen miteinander verglichen, nach dem Update werden Interaktionen zwischen einzelnen Stoffen angezeigt. Die Zahl möglicher Trefferpaare erhöht sich damit von 1400 auf bis zu 80.000. Dabei führt insbesondere der personalisierte Interaktionscheck zu mehr Beratungssicherheit, weil durch die Berücksichtigung der Patientenerkrankungen wie Diabetes nur relevante Interaktionen gefiltert und individuell bewertet werden.

Noch ist das Update in der Entwicklung, aber ABDATA hat bereits damit angefangen, erste Daten an die Softwarehäuser der Apotheker auszuliefern, damit diese mit der Programmierung beginnen können. Denn auf die EDV-Anbieter kommt insgesamt viel Arbeit zu. Ziel ist es, zur Expopharm im Herbst erste Umsetzungen zu präsentieren, mit der die Apotheker arbeiten können.

Eine entscheidende Neuerung sind die codierten Nebenwirkungen. Derzeit werden die Nebenwirkungen noch im Freitextfeld erfasst und sind entsprechend nicht recherchierbar. Im neuen System erhält jede Nebenwirkung einen Schlüssel. Damit lässt sich zum Beispiel leichter ermitteln, welches Präparat bei einem Patienten mit Polymedikation die Nebenwirkung ausgelöst hat: Der Apotheker gibt die geschilderte Nebenwirkung namentlich in die Datenbank ein und kann über den im Hintergrund ablaufenden Schlüsselabgleich dann die Medikamente herausfiltern, bei denen diese Nebenwirkungen bereits bekannt ist.

Das System funktioniert auch in die andere Richtung: Klagt der Patient über eine unerwünschte Wirkung seines Arzneimittels, kann der Apotheker in der Datenbank gezielt nach einem Präparat aus demselben Indikationsgebiet suchen, das diese Nebenwirkung nicht hat.

Noch weiter reicht der „Interferenzcheck“. Die Datenbank kann dann danach suchen, ob die Indikation des verordneten Mittels bei einem anderen Arzneimittel als Kontraindikation eingetragen ist. Eine wertvolle Hilfestellung, wenn diese Zusammenhänge dem pharmazeutischen Fachpersonal im Einzelfall nicht bekannt oder nicht präsent sind. Alle Indikationen werden hierzu ebenfalls codiert, um die Suche zu erleichtern.

Manche Probleme ergeben sich bei der Medikation nicht aus einer unmittelbaren Interaktion, sondern erst, wenn sie sich aufsummieren. Solche „Kumulativrisiken“ soll die Datenbank künftig ebenfalls erkennen und davor warnen.

Auch wenn es noch Zukunftsmusik ist, ab 2020 bietet die dann komplettierte ABDA-Datenbank² den Apothekern eine umfassende Datenbasis zur Erfüllung ihrer Aufgaben.

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