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Enthüllungsbuch

„Krebsmafia“: Zeifang lässt Verkauf stoppen

Berlin - Nächste Runde im Streit um das Enthüllungsbuch „Die Krebsmafia“. Das Hanseatische Oberlandesgericht (OLG) verfügte, dass die gedruckte Version des Buches mit sofortiger Wirkung vom Markt genommen werden muss.

Günter und Christiane Zeifang und der aus der Elb-Apotheke hervorgegangene Herstellbetrieb „HCA – Healthcare Altona Pharma“, vormals C & C Compound & Care Pharma, hatten geklagt und vor dem Landgericht Hamburg erwirkt, dass rund 40 Passagen nicht weiter verbreitet werden dürfen. Es handelte sich um zahlreiche Details zu den geschäftlichen Aktivitäten der Hamburger Apothekerfamilie, die in ihren Nuancen als Falschbehauptungen zum Nachteil der Betroffenen ausgelegt wurden.

Auf Lesungen durften die entsprechenden Passagen beispielsweise nicht mehr vorgetragen werden, im E-Book mussten sie gelöscht werden. Das gedruckte Buch durfte aber ohne Schwärzungen weiter verkauft werden.

Der Verlag Bastei Lübbe informierte selbst über die Entscheidung des Gerichts: „Kein vollumfängliches Verbot“, war in einer Pressemitteilung zu lesen. Die gedruckte Ausgabe des Buchs könne weiterhin verkauft werden, so der Verlag. Deswegen legten die Apotheker und das Unternehmen selbst Beschwerde beim OLG ein und bekamen Recht. Der Verlag habe Werbung für eine Veröffentlichung betrieben, von der er wusste, dass sie Äußerungen enthielt, die nicht verbreitet werden durften. Damit verdiene das wirtschaftliche Interesse des Verlags keinen Schutz mehr, entschied das OLG und verbot den Vertrieb aller Exemplare, die die umstrittenen Aussagen noch enthalten.

Jetzt muss Bastei Lübbe die Buchhändler kontaktieren und noch vorhandene Ware zurückholen. Noch ist unklar, ob die Bücher geschwärzt oder neu gedruckt werden. Da außerdem weitere Passagen untersagt wurden, muss auch die aktuelle, bereits überarbeitete E-Book-Fassung erneut vom Markt genommen und überarbeitet werden. Sie soll kommenden Freitag wieder erhältlich sein. Der Verlag muss schnell handeln, da zwei Jahre Haft oder eine Strafe in Höhe von 250.000 Euro drohen.

Der Autor des Buches, Oliver Schröm, berichtet schon seit Jahren über Zeifang. Im Stern hatten er und sein Team umfassend über den Apotheker, seinen Herstellbetrieb und die angeschlossene MVZ-Konstruktion berichtet. Später wurde Zeifang nach einer Reportage Schröms für Panorama von der Zyto-Ausschreibung der AOK ausgeschlossen. Zeifang wehrt sich seit Jahren rechtlich gegen die Berichterstattung.

Das Buch ist eine aufschlussreiche Lektüre darüber, wie das Zytogeschäft funktioniert. Auf den 280 Seiten tauchen zahlreiche weitere bekannte Protagonisten und Unternehmen auf – von Omnicare über GHD bis hin zu Zytoservice. Andere werden namentlich nicht genannt, etwa der Pharmazeut mit Büro in einem Türmchen in der Berliner Friedrichstraße, der MVZ-Apotheker aus Niedersachsen oder der Kollege aus Bremen, der erfolgreich auch eine der größten Versandapotheken betreibt.

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