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Rechenzentrum insolvent

AvP: Auf Pleite folgt Strafverfahren

Ein Fall für den Staatsanwalt: Im Fall von AvP werden die Ermittler aktiv.Foto: APOTHEKE ADHOC

Berlin - Die Insolvenz beim privaten Rechenzentrum AvP wird zum Fall für den Staatsanwalt. Nach Informationen von APOTHEKE ADHOC will die Bafin ein Strafverfahren anstrengen. In der Branche fürchtet man einen nachhaltigen Imageschaden.

Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf bestätigte, dass eine Strafanzeige vorliegt. Gegen wen, wollte ein Sprecher nicht verraten. Gerüchten zufolge sollen 30 Millionen Euro fehlen – eine Bestätigung dafür gibt bei der unklaren Gemengelage derzeit nicht.

Bei den betroffenen Apotheken ist die Liquiditätslage teilweise angespannt – mitunter fehlen sechsstellige Beträge. Nachdem gerade erst die Finanzämter die Steuern eingezogen haben, will nun der Großhandel sein Geld. Viele Kollegen müssen mit ihren Lieferanten sprechen, um eine Stundung der Rechnungen zu erzielen.

„Wir sind mit denjenigen unserer Kunden, die über AvP abrechnen, in enger und vertrauensvoller Abstimmung“, sagt eine Sprecherin von Alliance Healthcare Deutschland (AHD). „Für jeden individuellen Fall suchen wir gemeinschaftlich Lösungen, um schnell und effizient zu helfen.“

Vom Branchenprimus Phoenix heißt es: „Wir nehmen die aktuellen Entwicklungen bei AvP auch bei uns wahr. Wir befinden uns im stetigen Dialog mit unseren Kunden. Derzeit setzen wir alles daran, diese kritische Situation gemeinsam bestmöglich zu bewältigen.“

Bei der Noweda hat man keine genaue Zahl an Kunden, die über AvP abrechnen, da das jeweilige Rechenzentrum in der Regel nicht bekannt sei. „Wir gehen aber davon aus, dass die Anzahl im Wesentlichen analog zu unserem Marktanteil verläuft“, so ein Sprecher. „Wir prüfen derzeit, wie und in welchen Umfang wir Apotheken in dieser schwierigen Ausnahmesituation, in die sie unverschuldet geraten sind, konkret helfen können.“

Gehe will zur aktuellen Situation bei den Kunden keine Aussage machen. „Diese Informationen behandeln wir vertraulich. Selbstverständlich setzen wir uns dafür ein, für jeden möglichen Fall eine individuelle Lösung zu finden.“

Die Sanacorp spricht von „sehr bedauerlichen aktuellen Nachrichten zu AvP“, die man genau verfolge. „Es dürfte branchenübergreifend bekannt sein, dass der Erhalt der unabhängigen Apotheken vor Ort seit Jahrzehnten oberstes Ziel unserer Sanacorp ist und wir als Apothekergenossenschaft sehr viel für das Wohlergehen der Individualapotheker tun. Unsere Kunden und Mitglieder können jederzeit davon ausgehen, dass wir unverändert im partnerschaftlichen und konstruktiven Dialog gemeinsam gute Lösungen für unterschiedliche Problemstellungen finden. Dies gilt selbstverständlich und insbesondere auch für Apotheken, die durch die aktuelle Problematik unverschuldet in eine finanzielle Engpasssituation geraten sind. Dass wir unserem generellen Verständnis folgend grundsätzlich keine Details zu einzelnen Geschäftsbeziehungen öffentlich verbreiten, trifft sicherlich auf Ihr uneingeschränktes Verständnis.“

Entspannt ist die Lage keineswegs. Anders als vor einigen Wochen bei der Apobank können die Großhändler nicht von sich aus auf die Kunden zugehen, weil sie gar nicht wissen, wer bei AvP abrechnet. Schon vor Tagen hat der Außendienst vorsichtig vorgefühlt, wer denn betroffen sein könnte. Doch selbst Großhändler, die nicht in größerem mit AvP-Kunden zu tun haben, wächst die Sorge: „Wenn das die Banken lesen, dann verschlechtern sich die Konditionen“, heißt es hinter vorgehaltener Hand. „Das wird sich noch wie ein roter Faden durch die ganze Branche ziehen.“

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