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Dresden

GSK: Impfviren im Abwasser

Berlin - Dresden ist in Aufruhr: Über Jahre soll GlaxoSmithKline (GSK) über einen fehlerhaften Abwasseranschluss im Dresdner-Werk das Prozessabwasser der Impfstoffproduktion in die städtische Kanalisation geleitet haben. Dennoch besteht „kein Risiko für Mensch, Natur und Umwelt“.

 

Der Fehler wurde selbst entdeckt und umgehend behoben, teilt GSK mit. Im Rahmen von Umbauarbeiten stellte man Anfang Juli fest, das während der Baumaßnahmen in den Jahren 2001 bis 2003 im Dresdner-Werk „eine Abwasserleitung zweier Bodenläufe in der Impfstoffproduktion falsch angeschlossen wurde“. Das bedeutet: Das Prozessabwasser gelangte etwa 14 Jahre lang inklusive Impfviren in das städtische Abwasser ohne zuvor inaktiviert zu werden.

„Der Fehler wurde innerhalb von 24 Stunden nach Erkennung erfolgreich behoben“, teilte GSK mit. Zudem wurde die Abwasserleitung in die falsche Ableitung sofort gestoppt. In dem Zuge wurden alle Abwässer des gesamten Werkes überprüft und deren korrekte Ableitung bestätigt.

Entgegen der damaligen Baupläne seien die zwei Bodenabläufe während der Umbauarbeiten zwischen 2001 und 2003 dem städtischen Abwasser zugeführt worden. „Die Baupläne sehen die korrekte Anbindung an das gesonderte werksinterne System zur Inaktivierung von so genanntem Prozessabwasser aus der Impfstoffproduktion vor.“ Als Prozessabwasser bezeichnet man das Abwasser, das nach dem Reinigen der Behältnisse zur Herstellung von Impfstoffen anfällt. GSK produziert in Dresden Grippeimpfstoffe für mehr als 20 Länder. Laut Angaben sollen täglich etwa 300 Liter Abwasser in die Kanalisation gelangt sein.

Für Mensch, Natur und Umwelt bestand zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr, denn „Wasser und vor allem Abwässer sind kein natürlicher Infektionsweg für den Menschen“. Außerdem handelte es sich um „für die Produktion angepasste Virustypen“, die „in ihren Eigenschaften so abgeschwächt, dass sie im Abwasser Menschen und Tiere nicht krank machen und sich auch nicht vermehren können, selbst wenn sie dort überleben sollten“.

Der Vorgang werde mit den zuständigen Behörden vollständig aufgearbeitet, so das Unternehmen. Diese schließen Infektionsfälle durch verunreinigtes Abwasser ebenfalls aus. Vize-Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie und Virologie an der Uniklinik, Dr. Florian Gunzer, gab entwarnend bekannt: „Viren im Abwasser sind eine alltägliche Sache.“ Selbst wenn die speziellen Viren von GSK überlebt hätten, sei der Kontakt mit diesem Wasser keine Übertragungsquelle. Für eine Infektion mit Influenza-Viren benötige es eine Tröpfcheninfektion, so Gunzer.

Der Fall liege auf Initiative des Umweltamts Dresden bei der Staatsanwaltschaft, diese soll prüfen, ob Verstöße gegen die Betriebserlaubnis vorliegen. Je nach Ermittlungsausgang kann dies eine Klage oder ein Ordnungswidrigkeitsverfahren nach sich ziehen. Das Werk in Dresden zählt weltweit zu den modernsten Impfstoffwerken und erfülle höchste Sicherheits- und Qualitätsansprüche. GSK beschäftigt hier 700 Mitarbeiter.

 

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