Kontrazeptiva

Glaeske und Lauterbach bei Stern TV

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Berlin -

Wer die Antibabypille einnimmt, erhöht sein Risiko für eine Thrombose – vor allem wenn es sich bei der Pille um eine der moderneren Sorten der dritten und vierten Generation handelt. Darauf wurde gestern erneut in der Fernsehsendung Stern TV hingewiesen. Nachdem sich das Magazin dem Thema bereits mehrfach widmete, rückten dieses Mal unter dem Motto „Die verschwiegenen Todesfälle der Antibabypille“ Ärzte und das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfarM) in den Fokus der Berichterstattung.

Ärzte kommen der Sendung zufolge ihrer Aufgabe nicht ausreichend nach, Meldungen über Nebenwirkungen weiterzugeben. „Bei Risiken und Nebenwirkungen vertrauen Sie nicht den Medizinern“, heißt es auf der Website von Stern TV.

Treten Thrombosen bei einer Anwenderin der Antibabypille auf, würden die behandelnden Mediziner viel zu selten Bericht ans BfArM erstatten. Dies sei einer der Gründe, weshalb das Risiko der Hormonpräparate der breiten Bevölkerung noch immer nicht bewusst sei.

Stern TV ließ in einigen Stichproben testen, ob der Meldepflicht der „unerwünschten Nebenwirkungen“ von den behandelnden Ärzten nachgekommen wurde. Aus verschiedenen Zuschriften wurden drei Todesfälle junger Frauen ausgewählt. Bei allen steht die Antibabypille im Verdacht, eine tödliche Thrombose ausgelöst zu haben. Dem BfArM hätten zu diesen drei Stichproben keine Meldungen vorgelegen, hieß es.

Als Experte stand in der Sendung erneut Professor Dr. Gerd Glaeske von der Universität Bremen bereit, um auf die Gefahren der Pille hinzuweisen. Dass aus dem Thema inzwischen sogar ein Politikum geworden ist, zeigte die Anwesenheit von SPD-Gesundheitsexperte Professor Dr. Karl Lauterbach. Er musste sich als Politiker die Frage stellen lassen, warum vom BfArM nicht alle Verdachts- oder gar Todesfälle erfasst werden. Im Januar 2014 wurde ein Rote-Hand-Brief herausgegeben, der auf das erhöhte Risiko der neueren Pillen hinwies.

In den vergangenen Monaten thematisierte Stern TV das Thromboserisiko immer wieder, da sich nach der ersten Sendung viele Betroffene gemeldet hätten. Viele der Frauen hätten unter den Nebenwirkungen gelitten oder seien dem Tod nur knapp entkommen. Es kamen auch Angehörige zu Wort, die durch die Folgen einer Thrombose Angehörige verloren haben. Da Experten und Ärzte von den Gefahren wüssten, sei es unverständlich, warum die Pillen weiterhin so zahlreich verschrieben werden, so der Tenor der Sendung.

Grundlage für die Debatte ist unter anderem der von Glaeske und der Techniker Krankenkasse veröffentlichte „Pillenreport“ aus dem vergangenen Herbst.

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