Merckle-Imperium

Pistenbullies statt Zement

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Die Merckle-Gruppe will den Pistenfahrzeughersteller Kässbohrer nun doch nicht veräußern. Man habe sich nach gründlicher Prüfung der strategischen Optionen entschieden, das 93-prozentige Anteilspaket nicht zu verkaufen und langfristig im Familienbesitz zu halten, teilte die Merckle-Gruppe mit. Aufgrund der „deutlichen Stabilisierung der Gesamtsituation der Merckle-Gruppe“ werde die Beteiligung fortgeführt, sagte Firmenchef Ludwig Merckle.

Damit bleibt Merckle Aufsichtsratschef bei Kässbohrer. Das Unternehmen ist Marktführer bei Präparierfahrzeugen für Skipisten und stellt außerdem Reinigungs- und Transportfahrzeuge her. 1998 war Kässbohrer an die Börse gegangen; 2003 hatte Adolf Merckle die Mehrheit übernommen und die Kreissparkasse Biberach als weiteren Großaktionär kalt gestellt. Nach längerem Rechtsstreit verkaufte die Bank 2006 ihre Anteile an Merckle.

Parallel hat die Merckle-Gruppe den Anteil ihrer Vermögensverwaltung VEM an HeidelbergCement von 72 auf knapp 25 Prozent reduziert und damit ihre Sperrminorität verloren. Der Verkauf soll rund 1,65 Milliarden Euro in die Kasse der Firmengruppe gespült haben; parallel wurde offenbar der Verkauf des Generikakonzerns Ratiopharm eingeleitet.

Ob die Einnahmen zur Begleichung der auf vier Milliarden Euro geschätzten Schulden reichen und ob Kässbohrer oder Phoenix doch noch verkauft werden müssen, ist derzeit unklar.

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