APOTHEKE ADHOC Umfrage

PTA-Ausbildung als staatliche Aufgabe APOTHEKE ADHOC, 20.06.2015 09:02 Uhr

Berlin - 

In den deutschen Apotheken arbeiten mehr Pharmazeutisch-Technische Assistenten (PTA) als Apotheker. Sie stellen vielerorts die Versorgung sicher – doch ihre Ausbildung steht zumindest in Nordrhein-Westfalen auf der Kippe. Dort hat sich die Landesregierung aus der Finanzierung der Schulen zurückgezogen. Dabei hält die Mehrheit der Leser von APOTHEKE ADHOC die PTA-Ausbildung für eine hoheitliche Aufgaben.

In einer Umfrage gaben 76 Prozent der Teilnehmer an, das Land sollte für die Ausbildung von PTA aufkommen. Das ist in den meisten Bundesländern der Fall. Dort ist die Ausbildung an Berufskollegs angesiedelt und somit dem Schulministerium unterstellt. Damit dürfen sich Unternehmen oder Organisationen gar nicht an den Ausbildungskosten beteiligen – die trägt das Land.

Anders in Nordrhein-Westfalen und Hessen. In beiden Ländern kämpfen die PTA-Schulen mit der Streichung von Fördermitteln. In der Folge müssen die Schulgelder erhöht werden und die Schülerzahlen sinken. 2014 schlossen die PTA-Schulen in Kassel und Hagen, bereits 2012 musste die Schule in Minden ihre Türen schließen.

Dass die Schüler ihre Ausbildung selbst zahlen müssen, finden nur 4 Prozent der Teilnehmer richtig. Tatsächlich ist das Zahlen für die eigene Ausbildung die Ausnahme, nachdem die Studiengebühren inzwischen in allen Bundesländern wieder abgeschafft wurden. Die Berufsschulen werden von den Ländern und Kommunen finanziert.

Dass alle Apotheker die Ausbildung des Hilfsberufs übernehmen sollten, finden ebenfalls nur 4 Prozent der Teilnehmer. Das sieht Gabriele Overwiening, Präsidentin der Apothekerkammer Westfalen-Lippe, ähnlich. Sie befürchtet, dass Mitglieder die Kammer verklagen könnten, wenn diese zu viel Geld für die PTA-Ausbildung statt für den eigenen Berufsstand ausgibt.

Die Kammer setzt – wie auch der Apothekerverband, nur auf andere Art und Weise – auf eine Lösung, bei der alle Apothekenleiter an den Ausbildungskosten beteiligt werden. Das die Apothekenleiter für die Ausbildung der PTA aufkommen sollten, finden 9 Prozent der Teilnehmer. Weitere 6 Prozent denken etwas weiter und meinen, der jeweilige Arbeitgeber sollte die Kosten tragen – unabhängig davon, ob die Absolventen in Apotheken oder anderen Unternehmen arbeiten.

An der Umfrage nahmen am 17. und 18. Juni 2015 insgesamt 335 Leserinnen und Leser von APOTHEKE ADHOC teil.