Zyto-Ausschreibungen

AOK kündigt Zeifang APOTHEKE ADHOC, 02.08.2016 14:10 Uhr

Berlin - 

Die AOK Rheinland/Hamburg hat den Vertrag mit der Elb-Apotheke über die Versorgung des Gebietsloses Hamburg-Nord/Wandsbek gekündigt. Die Kasse beendete die Zusammenarbeit mit Apotheker Günter Zeifang „aufgrund aktueller Erkenntnisse“, sagt eine Sprecherin. Ob die Entscheidung etwas mit dem Bericht des NDR-Magazins „Panorama“ zu tun hat, wollte sie nicht kommentieren.

Der NDR hatte am vergangenen Donnerstag über die Zyto-Ausschreibungen der AOK berichtet. Konkret ging es um das Gebietslos Hamburg-Nord/Wandsbek, wofür die Elb-Apotheke den Zuschlag erhalten hatte. Zeifang wurde in dem Bericht als „ein Mann, der wiederholt ins Visier von Ermittlungsbehörden gekommen ist“, dargestellt.

Die Kasse hat den Vertrag mit dem „in Kritik geratenen Apotheker“ vor Inkrafttreten am 1. August gekündigt. Die Hamburger Staatsanwaltschaft ermittle gegen den Apotheker, so die AOK. „Vorrang hat die Sicherheit der Patienten.“ Um dies zu gewährleisten und sicherzustellen, sei die Vereinbarung beendet worden. Was genau der Auslöser war, wollte die Sprecherin nicht kommentieren: „Aus Datenschutzgründen dürfen wir keine Details nennen.“ Im Panorama-Beitrag hatte Matthias Mohrmann, Vorstandsmitglied der AOK Rheinland/Hamburg, den Zuschlag noch damit begründet, dass Zeifang nicht verurteilt sei.

Das Gebietslos bleibt nun zunächst frei. Die Versorgung der Versicherten sei über die gewohnte gesetzliche Regelung sichergestellt: Es gelte der am 15. Juni 2012 geschlossene Rahmenvertrag zwischen dem GKV-Spitzenverband und dem Deutschen Apothekerverband (DAV), so die Sprecherin. Die Schließung von Einzelverträgen erfordere rechtlich eine erneute Ausschreibung. Hierüber werde noch entschieden.

In dem Panorama-Beitrag wurde AOK-Vorstand Mohrmann mit den Ergebnissen der Ausschreibung konfrontiert. „Ist das jemand, mit dem Sie künftig hunderte Patienten oder Versicherte mit Krebsmedikamenten versorgen wollen?“, wollte der Reporter wissen.

Der AOK-Vorstand betonte, dass die Unschuldsvermutung für jeden gelte. „Wir können nicht als Krankenkasse sagen: Weil ein Ermittlungsverfahren gegen jemanden läuft, schließen wir den aus als Bieter in einem Verfahren“, so Mohrmann. Er verteidigte den Zuschlag: Zeifang sei die Zulassung als Apotheker nicht entzogen worden und das sei für die Kasse das entscheidende Kriterium. Offenbar sieht man das heute bei der Kasse anders.

In Hamburg hatten insgesamt drei Apotheken den Zuschlag von der AOK erhalten. In Harburg ging der Zuschlag an die Adler-Apotheke-Pharmaservice von Holger Gnekow mit Sitz in Hamburg. Die Antares-Apotheken OHG hatte Zuschläge für die Gebietslose Bergedorf, Eimsbüttel und Harburg erhalten. Für Aachen und die Region zwischen Frechen und Brühl westlich von Köln waren keine Angebote eingegangen. Auch im Raum Geilenkirchen wird es keine Vertragsapotheke geben. Insgesamt waren am Montag in fünf Bundesländern die Zyto-Verträge der AOK gestartet.