Scheidenpilz, Cystitis & Ischiasschmerzen

Tipps bei typischen Symptomatiken in der Schwangerschaft Cynthia Möthrath, 11.03.2020 13:35 Uhr

Cystitis & Co. trotzen: Mit einigen kleinen Tipps können werdende Mütter ihre Schwangerschaft ohne typische Symptome und in vollen Zügen genießen. Foto: shutterstock.com/sondem
Berlin - 

Aufgrund der körperlichen und hormonellen Veränderungen während einer Schwangerschaft kommt es bei den Frauen besonders häufig zu schwangerschafts- typischen Symptomatiken. Viele können jedoch mit einfachen Tipps gelindert werden, so dass die Schwangerschaft in vollem Umfang genossen werden kann. Ein passender Kundenflyer steht als Download hier zur Verfügung.

Viele Schwangere leiden beispielsweise unter Rücken- oder Ischiasschmerzen: Diese entstehen zum einen durch das Wachsen des Bauches und die körperlichen Veränderungen, zum anderen auch durch den veränderten Hormonhaushalt. Die Ausbildung des Bauches führt im Verlauf bei vielen Frauen zu einem Hohlkreuz. Progesteron lockert zudem die Muskeln und Bänder. Um Schmerzen vorzubeugen, kann moderate Bewegung in der Schwangerschaft nützlich sein: So können beispielsweise Dehnübungen oder Pilates helfen, die Muskulatur zu entspannen und gleichzeitig zu stärken. Schmerzen werden dadurch reduziert.

Andere Beschwerden finden sich vor allem im Vaginal- und Urogenitaltrakt: So kann es durch den veränderten Hormonhaushalt beispielsweise vermehrt zu Pilzinfektionen kommen. Indem sie Milchsäure und Wasserstoffperoxid bilden, sorgen normalerweise Lactobazillen für ein saures Scheidenmilieu mit einem pH-Wert von ungefähr 3,8 bis 4,4. Hormonelle Schwankungen können die Vaginalflora jedoch beeinflussen: Schwangerschaftshormone lassen unter Umständen den Zuckergehalt in den Zellen der Vaginalschleimhaut ansteigen.

Scheidenpilz in der Schwangerschaft ist jedoch für Mutter und Kind nicht gefährlich: Bisher gibt es weder Hinweise auf gehäufte Früh- oder Fehlgeburten noch auf kindliche Missbildungen infolge einer vaginalen Pilzerkrankung der Mutter während der Schwangerschaft. Dennoch sind die Infektionen unangenehm. Schwangere sollten bei Verdacht auf einen Vaginalpilz trotzdem zum Arzt gehen und sich nicht selbst behandeln. Vorbeugend oder im Anschluss an eine erfolgreiche Behandlung kann eine Milchsäurekur angewendet werden: Die enthaltenen Lactobazillen bauen die angegriffene Scheidenflora wieder auf und stabilisieren sie. Während der Schwangerschaft und Stillzeit kann eine solche Kur bedenkenlos durchgeführt werden.

Im Idealfall wird eine Pilzinfektion natürlich verhindert. Eine angemessene Intimhygiene kann einen wesentlichen Beitrag dazu leisten: Einmal tägliches Waschen mit Wasser oder einer geeigneten pH-neutralen Intimwaschlotion ist dabei völlig ausreichend – eine übertriebene Intimhygiene schadet meist mehr als sie nutzt. Zudem sollte bei der Unterwäsche auf synthetische Materialien verzichtet werden, da diese ein ungünstiges Milieu schaffen – besser geeignet sind Baumwollslips. Unterwäsche sowie Handtücher und Waschlappen sollten bei mindestens 60 °C oder mit einem Hygienespüler gewaschen werden.

Auch Symptome einer Blasenentzündung können mit diesen Tipps gemildert werden: Ursache für eine Cystitis sind meist Bakterien. Zu den häufigsten Erregern zählen Escherichia coli Bakterien sowie Enterokokken, seltener finden sich z.B. Staphylokokken oder Candida Hefepilze. Enterokokken, Staphylokokken und Pseudomonas können unter Umständen kompliziertere Harnwegsentzündungen auslösen. Diese sind bei Escherichia coli seltener der Fall. Zur Vorbeugung kann es helfen die Trinkmenge zu erhöhen: Dadurch werden die Bakterien aus der Blase gespült. Wie bei Vaginalpilz sollte auch eine Blasenentzündung nicht in der Selbstmedikation behandelt werden. Kommt es also zu Beschwerden wie Brennen beim Wasserlassen und häufigem Harndrang mit nur geringen Urinmengen, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Eine weitere ganz typische Symptomatik sind Magenprobleme wie Übelkeit oder Sodbrennen: Nahezu 90 Prozent aller Schwangeren leiden zumindest zeitweise unter Emesis gravidarium – der Schwangerschaftsübelkeit. Meist verschwindet sie im Laufe des 2. Trimenons von selbst, bei manchen Frauen bleibt sie jedoch auch länger bestehen. Sowohl bei Sodbrennen wie auch bei Übelkeit können einige Tipps bereits helfen: Bei kleineren, fettarmen und nicht stark gewürzten Mahlzeiten treten die Beschwerden seltener auf. Ein Spaziergang nach dem Essen regt zudem die Motilität an. Außerdem können Nahrungsergänzungsmittel und Arzneimittel mit B-Vitaminen helfen: Nausema enthält beispielsweise die Vitamine B1, B6 und B12, welche zu einer normalen Funktionalität des Nervensystems und zur Regulation der Hormontätigkeit beitragen. Auch Akupressur- Bänder versprechen Linderung und Hilfe und können eine Empfehlung in der Apotheke sein.