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Tarifverhandlungen

Gehaltsanstieg: Adexa erwartet schnelle Zusage

Berlin - Die erste Tarifrunde zwischen der Apothekengewerkschaft Adexa und den Arbeitgebervertretern beginnt heute um 11 Uhr in Hamburg. Die Arbeitnehmer erwarten ein „deutliches Zeichen“. Auf der Inhaberseite hält man sich mit Zusagen zurück. Mit leeren Händen kommt der Arbeitgeberverband Deutscher Apotheker (ADA) aber nicht.

Die Adexa fordert höhere Gehälter für alle Apothekenangestellten. Zudem verlangen die Angestelltenvertreter Zuschläge für besonders qualifizierte Mitarbeiter. Dabei gehe es etwa um separate Vergütungen für Filialleiter und für weiterbildungsaktive Angestellte. Adexa-Vorsitzender Andreas May erwartet bereits im Laufe des Nachmittags eine Einigung. „Ich gehe davon aus, das Teile schon abgehakt werden“, sagt er.

May erwartet, dass sich beide Parteien im Laufe des ersten Treffens über die prozentuale Steigerung der Gehälter einig werden. Wie viel Adexa fordert, will er nicht verraten. Doch auf der Liste der Arbeitnehmer stehen mehrere Punkte, die mit den Inhabern besprochen werden. Darunter etwa die separate Vergütung für Filialleiter.

„Bei den Filialleitern haben wir mehrere Baustellen. Das könnte länger dauern“, so May. Nur mit mehr Bezahlung könnten die Mitarbeiter in der Apotheke gehalten werden. „Es soll ein deutliches Zeichen gesetzt werden.“ Laut Adexa-Verhandlungsleiterin Tanja Kratt sind attraktive Gehälter für Apothekenangestellte der beste Weg, um die Abwanderung in andere Branchen zu vermeiden und den Berufsnachwuchs zu fördern.

ADA-Vorsitzender Theo Hasse hält sich vor den Verhandlungen mit konkreten Gehaltszusagen zurück. Vorab wurden auf der Mitgliederversammlung über das Entgegenkommen der Arbeitgeber gegenüber den Mitarbeitern diskutiert. „Die Mitglieder der ADA haben und etwas ins Körben gelegt, das nehmen wir mit“, sagt er. Die beiden Parteien müssten sich in den Gesprächen zusammenraufen und gemeinsam eine Lösung finden. „So einfach ist das nicht.“

Der Unsicherheitsfaktor für Inhaber sei nach wie vor groß, sagt Hasse. Ein Beispiel sei die Forderungen des GKV-Spitzenverbandes nach einer Kürzung des Apothekenhonorars um eine Milliarde Euro. „Wir können das Tarifgeschehen davon aber nicht abhängig machen“, so der Inhaber der Diana-Apotheke in Rheinland-Pfalz. Man müsse nach vorne schauen. Bei den vergangenen Verhandlungen lagen die Vorstellungen zunächst weit auseinander. Die Lohnerhöhung war damals mit Rücksicht auf die Inhaber nicht sofort kommuniziert worden.

Ende Mai lief die Vereinbarung mit den Arbeitgebern fristgerecht aus. Der aktuelle Gehaltstarifvertrag war seit Juni 2017 gültig und galt bundesweit mit Ausnahme von Nordrhein und Sachsen. Die Parteien hatten sich auf 2,5 Prozent mehr Gehalt geeinigt. Mit der Erhöhung stieg das tarifliche Einstiegsgehalt für PTA von 1968 Euro auf 2017 Euro. Ab dem 15. Berufsjahr stieg die PTA-Tarifbezahlung von 2549 Euro auf 2612 Euro. Werden sich die beiden Parteien diesmal über einen neuen Vertrag einig, profitieren Adexa-Mitglieder, deren Arbeitgeber im ADA organisiert sind, was für den Großteil der Apothekeninhaber zutrifft.

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