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BPhD-Plattform: Inhaber findet Studentin – und zwei PTA

Freie Zeit sinnvoll nutzen: Pharmaziestudentin Anna Harjans hilft in der Eschendorf-Apotheke in Rheine aus.Foto: AVWL

Berlin - In vielen Apotheken werden im Moment helfende Hände gebraucht – und viele Studenten erleben gerade ein Zwangspause. Der Bundesverband der Pharmaziestudierenden (BPhD) hat deshalb eine Plattform gestartet, um Studenten an Apotheken zu vermitteln. Der Eschendorf-Apotheke in Rheine hat das genützt: Vier Tage die Woche steht Pharmaziestudentin Anna Harjans dort in der Offizin und zeigt, was sie kann. Inhaber Frederik Schöning freut sich nicht nur über die Hilfe, sondern versucht, umgekehrt auch ihr etwas zu bieten. Er hat über den BPhD nicht nur Harjans, sondern auch zwei ausgebildete PTA gefunden.

Das Studium ist für viele Menschen die schönste Zeit des Lebens, so viele Freiheiten hat man nie wieder. Auch Harjans wollte sich diese Freiheiten nehmen, nachdem sie im Oktober ihr zweites Staatsexamen abgelegt hatte. Am 1. Mai startet ihr Praktisches Jahr, sie hatte also sechs Monate, die sie nutzen wollte. „Alles, was ich mir dafür vorgenommen habe – Reisen, Freunde besuchen – geht nicht mehr, seit in der Corona-Krise Ausgangsbeschränkungen gelten“, erklärt sie in einem Interview mit dem Apothekerverband Westfalen-Lippe (AVWL).

Doch statt zu Hause zu versauern, wollte sie sich nützlich machen. „Deshalb habe ich mich sofort gemeldet, als ich von der Initiative des BPhD gehört habe. So kann ich meine freie Zeit sehr sinnvoll nutzen“, so die 25-Jährige. Das tut sie nun in der Apotheke von Schöning, hauptsächlich in der Rezeptur. Gemeinsam mit einer PTA stellt sie beispielsweise Desinfektionsmittel her. „Wir produzieren aber auch andere Arzneimittel, die Apotheken vor Ort individuell für Patienten anfertigen – wie zum Beispiel Salben.“ Ausgelastet sei sie dabei durchaus. „Ich arbeite an vier Tagen in der Woche Vollzeit – und habe gut zu tun. Wir werden also gebraucht“, sagt die 25-Jährige. In anderen Apotheken würden Studenten auch für Botendienste eingesetzt, berichtet sie.

Allerdings hat der Einsatz vor Ort auch für die Studentin selbst seine Vorteile: Sie kann noch vor ihrem PJ weitere Erfahrungen sammeln und die Arbeit kennenlernen. „Ich sammle hier zusätzliche Berufserfahrung in einer weiteren Apotheke, denn jeder Betrieb hat seine eigenen Lösungen, Ideen und Tipps“, so Harjans. „Mir ist wichtig, dass sie auch etwas davon hat“, erklärt Schöning. „Wir geben ihr nicht die Aufgabe, Pappe rauszubringen. Sie macht alles, was sie im Praktikumsjahr auch dürfte, lernt viele Basics, kümmert sich um BtM und verwaltungstechnische Aufgaben, alles unter der vorgeschriebenen Aufsicht natürlich. Wir haben sie so integriert, dass sie erkennt, was für ein spannender Beruf es in einer Apotheke ist. Ich will, dass das eine Win-Win-Situation ist.“

Schöning ist dankbar für die Hilfe, aber auch für das Angebot des BPhD. „Ich habe schon vor gut zwei Wochen davon erfahren, als es gerade richtig losging“, erinnert er sich. „Ich habe mich dann abends nach der Arbeit hingesetzt und einen Eintrag gemacht, weil ich nicht wusste, was da für ein Tsunami auf uns zukommt.“ Die Bedienung der Plattform sei sehr unkompliziert gewesen und habe schnell zum Erfolg geführt. „Schon nach kurzer Zeit hatten wir fünf Angebote, von denen wir drei eingeladen haben“, erzählt er. So hat ihm die BPhD-Plattform nicht nur Harjans gebracht, sondern auch zwei PTA: Eine studiert im 7. Semester Pharmazie, die andere steht kurz vor Beginn ihres Studiums.

Auch sie helfen derzeit in der Apotheke aus, werden aber dank ihrer Ausbildung als PTA eingesetzt, entsprechend hat er sie für die Zeit auch ganz normal angestellt. „Anna wiederum ist wie eine Pharmazeutin im Praktikum angemeldet, damit das alles auch versicherungstechnisch sauber ist und sie vernünftig bezahlt wird. Das ist für mich selbstverständlich.“

Er sei sehr glücklich über die Verstärkung. „Ich bin sehr froh, dass wir uns dazu entschieden haben“, sagt Schöning. „Ich muss sagen, es macht wirklich viel Spaß, vor allem weil ihre hohe Motivation spüre.“ Für Harjans ist die hohe Motivation eine Selbstverständlichkeit, sie arbeitet nicht nur, um Erfahrungen zu sammeln, sondern auch aus Idealismus. „Vor allem aber möchte ich als angehender Gesundheitsberufler in dieser Situation nicht tatenlos zu Hause herumsitzen. Und in der Apotheke erlebe ich, wie bereichernd es ist, eine sinnvolle Aufgabe zu haben und zu helfen.“

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