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Facebook-Suche nach Praktikumsapotheke

Berlin - PTA-Schüler im zweiten Jahr, die noch keinen Praktikumsplatz haben, müssen sich allmählich sputen. Im August oder September beginnt das sechsmonatige Praktikum in den Apotheken – und beliebte Plätze sind schnell weg. Wer spät dran ist, für den kann es eng werden. Unverschuldet musste das auch Derja Deniz aus Würzburg erleben. Sie griff zu ungewöhnlichen Maßnahmen.

Deniz hatte Pech: Schon im November des vergangenen Jahres fragte sie bei einer Apotheke nach einem Praktikumsplatz – und wurde weggeschickt. Es sei viel zu früh, sei ihr damals gesagt worden, berichtet sie. Als sie nun erneut nachfragte, kam sie zu spät: Die Apotheke hatte für den gleichen Zeitraum bereits einem Pharmaziestudenten zugesagt. „Und zwei Praktikanten sind zuviel, das verstehe ich“, so Deniz.

Für sie begann daher die Suche nach einem Praktikumsplatz erneut. Nun gestaltete sie sich aber schwierig: „Die guten Stellen in der Stadtmitte sind schnell weg“, sagt sie. Deniz ist anspruchsvoll und will ihr Wissen im Praktikum anwenden. „Sonst vergisst man in dem halben Jahr alles wieder.“ Eine Apotheke, in der die Packungen ohne Beratung abgegeben werden, kam für sie daher nicht infrage.

Da sie selbst regelmäßig Schilddrüsenpräparate braucht, konnte sie sich in den Apotheken ihrer Stadt einen Eindruck verschaffen. „Ich war in fünf Apotheken und in vier wurde ich nicht gefragt, ob ich mich mit dem Arzneimittel auskenne – es wurde nur abgescannt“, erzählt sie. Bei anderen Apotheken fragte sie deren Kundschaft nach ihrem Eindruck.

Schließlich ging sie auch online und suchte auf Facebook nach einer Praktikumsapotheke. „Ich dachte, vielleicht habe ich Glück – man kann es ja mal ausprobieren“, sagt sie. Tatsächlich bekam sie einige Reaktionen, aber leider nur Angebote aus anderen Städten. „Hallo ihr Würzburger??? Es regnet Brei und ihr habt keine Schüsseln“, kommentierte eine Apothekerin.



Weite Strecken zu fahren, kann sich Deniz allerdings nicht leisten. An die Schule zahlt sie monatlich 185 Euro. Sie erhält BAföG und geht jede Woche zweieinhalb Stunden arbeiten, um die Ausbildung zu finanzieren. Dabei hatte sie insgesamt noch Glück, weil sie in einem Studentenwohnheim untergekommen ist. „Das hat mich gerettet“, sagt sie. Eine Wohnung oder ein Zimmer in einer WG wären deutlich teurer gewesen. Deniz war extra für die PTA-Ausbildung aus Nürnberg nach Würzburg gezogen. „Weil die Schule so einen guten Ruf hat“, erzählt sie. Aber auch die Stadt gefällt ihr besser als ihre Heimat.

Deshalb hat Deniz parallel zu ihrem Facebook-Aufruf die Apotheken in Würzburg abgeklappert. Notfalls hätte ihr noch das Sekretariat ihrer PTA-Schule bei der Suche helfen können, erzählt sie. Inzwischen ist Deniz aber schon in der St. Kilians-Apotheke fündig geworden. Das Bewerbungsgespräch sei gut gelaufen und im September könne sie anfangen, freut sie sich.

Die PTA-Schülerin hätte sich ein wenig Unterstützung bei der Suche gewünscht, um zu wissen, welche Apotheken gut seien und welche nicht. „Eine Blacklist sollte es nicht geben“, betont sie. Aber zumindest ein paar Tipps, welche Apotheke Praktikanten besonders gut ausbildet, hätten ihr geholfen.

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