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Rx-Versandverbot

Essener-Appell: Blockaden aufgeben

Berlin - Auf bundespolitischer Ebene ist die Diskussion über das Scheitern des Rx-Versandverbotes abgeflaut. Nach dem kurzen Video-Statement von ABDA-Präsident Friedemann Schmidt gibt es bislang keine weitere Reaktion aus der ABDA-Führung. Auf regionaler Ebene sieht das anders aus: Unter der Führung des Essener Oberbürgermeisters, Thomas Kufen CDU), setzt sich ein Bündnis Essener Gesundheitspolitiker zusammen mit dem Apothekerverband Essen/Mülheim/Oberhausen dafür ein, den Versandhandel auf nicht rezeptpflichtige Arzneimittel zu beschränken.

Wenn die Bundesregierung als Gesetzgeber nicht schnell und konsequent handele, werde das System der wohnortnahen Arzneimittelversorgung zugunsten profitorientierter ausländischer Kapitalgesellschaften sehenden Auges aufs Spiel gesetzt, heißt es in einer gemeinsamen Resolution: „Die Apotheken vor Ort sind eine wichtige Anlaufstelle für die Beratung rund um das Thema Gesundheit. Der persönliche Kontakt und die Empfehlung durch geschultes Personal sind nicht zu ersetzen. Deshalb sollten Kundinnen und Kunden auch weiterhin schnell, sicher und wohnortnah mit den notwendigen rezeptpflichtigen Arzneimitteln versorgt werden können,“ so Thomas Kufen.

Neben Kufen bekräftigen auch die Essener Bundestagsabgeordneten Jutta Eckenbach und Matthias Hauer (beide CDU) ihr Nein zum Versandhandel mit verschreibungspflichtigen Medikamenten. Blockaden und Verzögerungen müssten jetzt ad acta gelegt werden. Bisher vorgelegte Alternativkonzepte einzelner Politiker seien untauglich, die jetzt notwendigen Ziele zu erreichen: „Das Gesetz ist jetzt schnell notwendig, weil die heilberuflichen Leistungen, die wohnortnahe Apotheken bieten, für die Menschen in unserem Land und in unserem modernen Gemeinwesen unverzichtbar sind.“

Als Beispiel dafür verweist das Bündnis die Akutversorgung: Medikamente müssten immer vor Ort vorrätig sein oder innerhalb weniger Stunden verfügbar sein. Dies ist für eine schnelle Versorgung im Krankheitsfall alternativlos und kann nur durch die Apotheken vor Ort gewährleistet werden, besonders auch die umgehende Anfertigung von individuellen Rezepturen.



Auch die Versorgung über Nacht‐ und Notdienste und an Sonn‐ und Feiertagen sicherten im Gegensatz zu rein profitorientierten ausländischen Versandhändlern die Apotheken vor Ort. Und in gesundheitlichen Notsituationen, wie Pandemien, Unwettersituationen, Reaktorkatastrophen könne die Arzneimittelversorgung nur über das dichte Netz der Apotheken vor Ort geregelt werden.

Durch einen ungezügelten europaweiten Wettbewerb werde das System der Apotheke massiv geschädigt. „Es droht am Ende auch in unserer Region der Abbau von hochqualifizierten pharmazeutischen Arbeitsplätzen“, so die Resolution. Gerade ältere und chronisch kranke Menschen seien häufig auf eine Vielzahl an Medikamenten angewiesen. Sie benötigten ganz besonders das persönliche Gespräch in ihrer Apotheke vor Ort, um mit ihren Arzneimitteln besser umgehen, sie richtig einzunehmen und Neben‐ und Wechselwirkungen vermeiden zu können. Dies kann der Fernabsatz von Arzneimitteln nicht leisten.

Und wenn Patienten nicht in der Lage seien, Medikamente persönlich in der Apotheke abzuholen, ist nichts zuverlässiger, pünktlicher und zielgenauer als der Apotheken‐Botendienst: „Gerade für bettlägerige und immobile Patienten ist dieser schnelle und sichere Versorgungsweg unersetzbar.“

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