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Westfalen-Lippe

Kammer: Apotheker-Run auf Gematik-TI

Die Apothekerkammer Westfalen-Lippe konstatiert ein reges Interesse an den neuen elektronischen Heilberufsausweisen (HBA) und Institutionenkarten (SMC-B).Foto: AKWL

Berlin - Einen regelrechten Run auf die neuen elektronischen Heilberufsausweise (HBA) und Institutionenkarten (SMC-B) verzeichnet die Apothekerkammer Westfalen-Lippe (AKWL). „Ungeachtet der vielfältigen Herausforderungen durch die Corona-Pandemie befinden sich die Apotheker derzeit auf der digitalen Überholspur“, konstatiert Vizepräsident Frank Dieckerhoff. Erst vor fünf Wochen hat die AKWL ihr Antragsportal für die Kartenbestellung geöffnet. „Und bereits jetzt haben unsere Mitglieder 53 Prozent der erforderlichen Institutionenkarten und 49 Prozent der Heilberufsausweise geordert“, so Dieckerhoff.

Bis zum 30. September sollen die Apotheken in Deutschland flächendeckend an die Telematik-Infrastruktur (TI) angebunden werden. Apotheken brauchen die TI-Anbindung im ersten Schritt für die Einführung der Fachanwendung zum elektronischen Medikationsplan, später auch für das elektronische Rezept, das ab dem kommenden Jahr sukzessive eingeführt werden soll. Neben der Ausstattung mit Karten wird in den Apotheken auch TI-Hardware zum Einsatz kommen – Kartenlesegeräte und Konnektoren.

Strafzahlungen für einen verspäteten Anschluss an die TI sind, anders als bei der Anbindung der Ärzteschaft, nicht vorgesehen: „Das ist für uns Apotheker auch gar nicht erforderlich“, betont Dieckerhoff. „Denn in unseren Reihen gibt es so gut wie niemanden, der den digitalen Fortschritt, sofern er denn den Patienten dient, Abläufe vereinfacht und den Datenschutz berücksichtigt, verweigert.“ Die einzige Hürde bei der TI-Anbindung ist derzeit eine technische: Denn noch ist keiner der Konnektoren, die in den Apotheken für eine sichere Verbindung innerhalb der TI sorgen sollen, zertifiziert worden. Hierfür laufen derzeit noch zwei Anwendertests, einer davon mit 15 Apotheken und 75 Arztpraxen in Westfalen-Lippe.

Dieckerhoff betont zugleich, dass die Corona-Krise den Prozess der Digitalisierung in den Apotheken eher beschleunigt, denn verlangsamt habe. Gleichsam über Nacht sei ein neuer Kundentyp entstanden – der des sogenannten Fernbestellers. Zugleich sei auch der Anteil an Patienten, die stets mit der erforderlichen pharmazeutischen Beratung über den Botendienst bis an die Haustür versorgt werden, sprunghaft gestiegen. „In dieser schwierigen Phase standen wir Apothekerinnen und Apotheker die ganze Zeit an der Seite der Patienten“, so Dieckerhoff. „Es entspricht unserem Selbstverständnis als freie Heilberufler, dass wir gerade in der Krise für die Menschen niederschwellig erreichbar und stets ansprechbar sind“, betont der Vizepräsident der AKWL und kann dies auch mit Zahlen untermauern: Seit Mitte März waren und sind kontinuierlich über 99 Prozent der Apotheken in Westfalen-Lippe am Netz.

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