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Gürtelrose-Impfstoff

Shingrix: Effektiver, aber mehr Nebenwirkungen

Berlin - Der in diesem Jahr zugelassene Impfstoff Shingrix (GlaxoSmithKline, GSK) gegen Varizella zoster (Gürtelrose) wirkt deutlich besser bei älteren Patienten. Die Anwendung ist allerdings mit einer höheren Nebenwirkungsrate verbunden. Das berichten Wissenschaftler im „British Medical Journal” (BMJ).

Shingrix ist als Pulver und Suspension zur Herstellung einer Injektionslösung auf dem Markt. Aktive Substanz ist das Varizella zoster Glykoprotein E-Antigen (VZV gE), das mit dem Adjuvans AS01B kombiniert wird. Die Vakzine soll Antigen-spezifische zelluläre und humorale Immunantworten bei Patienten mit bestehender Immunität gegen das Virus induzieren.

Die Vakzine ist zur Vorbeugung von Herpes Zoster und postzosterischer Neuralgie bei Erwachsenen ab dem 50. Geburtstag zugelassen. Zur Grundimmunisierung sind zwei Impfdosen zu je 0,5 ml nötig. Die zweite Impfung erfolgt im Abstand von zwei Monaten auf die erste Dosis. Wenn nötig, kann die zweite Gabe auch mit einem Abstand von zwei bis sechs Monaten erfolgen. Injiziert wird intramuskulär.

In einem systematischen Review haben die Forscher um Dr. Andrea C. Tricco die Wirksamkeit und Sicherheit des Herpes-Zoster-Lebendimpfstoffs Zostavax (MSD) mit Shingrix oder Placebo bei Erwachsene ab 50 Jahren verglichen. Für Ihre Analyse zogen die Wissenschaftler 27 Studien, darunter 22 randomisierte kontrollierte Studien, heran. Sie untersuchten die Daten von insgesamt rund zwei Millionen Patienten.

Den Analysen zufolge war Shingrix im Hinblick auf die Impfwirksamkeit Zostavax als auch Placebo statistisch überlegen. Die Metaanalyse von elf randomisierten, kontrollierten Studien zeigte außerdem, dass die Anwendung des GSK-Impfstoffs an den Injektionsstellen statistisch zu mehr Nebenwirkungen führt als der MSD-Impfstoff (relatives Risiko = 1,79). Shingrix war auch statistisch stärker mit systemischen Nebenwirkungen als mit Placebo assoziiert.

Auch hinsichtlich der nicht bestätigten Verdachtsfälle und des Zoster ophthalmicus hat sich Shingrix als effektiver erwiesen. Beim Schutz gegen eine posthermetische Neuralgie war die Effektivität allerdings vergleichsweise geringer. Die Wissenschaftler folgern aus den Studienergebnissen, dass die Verwendung des neuen Impfstoffs mehr Fälle von Herpes Zoster verhindern kann als der Einsatz des abgeschwächten Lebendimpfstoffs.

Seit Längerem ist ein Zusammenhang zwischen Gürtelrose und Windpocken bekannt. Der erste Kontakt mit dem Erreger Varizella zoster findet meist im Vorschulalter durch eine Tröpfcheninfektion statt. Nach etwa zwei Wochen entsteht ein juckender Ausschlag auf der Haut. Sind die Windpocken überstanden, wandern die Viren in die Hirnnerven und Nervenwurzeln des Rückenmarks. In den Nervenknoten verbleiben sie in einer Art „Schlaf“. Werden sie durch Stress, UV-Strahlung, ein schwaches Immunsystem oder durch das erreichte höhere Alter reaktiviert, entsteht eine Gürtelrose. Behandelt wird lokal mit Lösungen oder Salben, die einen austrocknenden Effekt haben und systemisch mit Virustatika wie Aciclovir, Valaciclovir sowie Brivudin.

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