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Zur Rose: Großaktionär winkt ab

Berlin - Die Unternehmerfamilie Frey, über ihre Beteiligungsgesellschaft KWE bislang mit 14,5 Prozent größter Einzelaktionär beim DocMorris-Mutterkonzern Zur Rose, konnte durch ein Versehen ihrer Hausbank nicht an der Kapitalerhöhung teilnehmen. Einen Tag nach Bekanntwerden teilt KWE mit, auf eine Nachlieferung von Aktien zu verzichten. Bei Zur Rose bedauert man die Entscheidung.

Zur Rose hatte gestern mitgeteilt, dass im Rahmen der kürzlich abgeschlossenen Kapitalerhöhung die Bezugsrechte ihrer größten Aktionärin aufgrund eines Versehens nicht ausgeübt wurden. Die Hausbank der KWE hatte den Auftrag zwar rückbestätigt, aber dann nicht an die mit der Kapitalerhöhung beauftragten Banken übermittelt.

Gestern Abend wurde Zur Rose von KWE davon in Kenntnis gesetzt, dass diese mit ihrer Hausbank einen Vergleich abgeschlossen habe. Dieser beinhalte nicht die Lieferung von Aktien beziehungsweise deren Beschaffung im Markt durch die Hausbank, um die Beteiligung von KWE wieder aufzustocken.

Der Verwaltungsrat, in dem mit Vanessa Frey ein Familinemitglied vertreten ist, nimmt diese Information mit Bedauern zur Kenntnis. Die KWE hatte im Vorfeld der Kapitalerhöhung sowohl gegenüber Zur Rose als auch gegenüber einer Wirtschaftszeitung erklärt, die Kapitalerhöhung über die Ausübung ihrer Bezugsrechte proportional mitzutragen.

Die Familie Frey war vor zwei Jahren über ihre Beteiligungsgesellschaft KWE als erster externer Großinvestor bei Zur Rose eingestiegen; bis dahin durfte kein Aktionär mehr als 3 Prozent auf sich vereinen. Doch 2016 musste sich Zur Rose auf die Suche nach frischem Geld machen, denn zum Jahresende lief damals eine Anleihe über 50 Millionen Euro aus, mit der Zur Rose 2012 den Kauf von DocMorris finanziert hatte.

Als Investor dürfte die Familie Frey im Vorfeld des EuGH-Urteils zu Rx-Boni ihre Chance gesehen haben. Nach der erforderlichen Satzungsänderung erwarb KWE für 40 Millionen Franken in zwei Tranchen 22 Prozent der Anteile. Durch den Einstieg des saudischen Königshauses und den Börsengang im Sommer 2017 sank der Anteil auf 14,5 Prozent. Durch die Panne sackt der Anteil jetzt auf knapp 10,8 Prozent ab.

Im Zusammenhang mit der Übernahme von Medpex, der Nummer 3 im deutschen Markt, wurden knapp 2,7 Millionen Aktien neu ausgegeben. Wie Zur Rose mitteilte, hatte nur ein Drittel der Aktionäre von ihrem Bezugsrecht Gebrauch gemacht. Je sieben Aktien hätten die bisherigen Gesellschafter drei neue Aktien zeichnen können. Ein Handel mit den Bezugsrechten war ausgeschlossen; Aktien, die nicht von bestehenden Aktionären gezeichnet wurden, sollten vielmehr durch ein öffentliches Angebot an berechtigte Investoren in der Schweiz sowie durch Privatplatzierungen in bestimmten Ländern außerhalb der Schweiz und den USA platziert werden.

Nach derzeitigem Stand gibt es – neben Frey und Al Faisaliah – mehrere institutionelle Anleger, die größere Aktienpakete halten, darunter die Finanzinvestoren Wellington und T. Rowe Price sowie Fonds der Vermögensverwalter Patrick Schmitz-Morkramer und Patrick Bierbaum. Neu an Bord sind mit einem Paket von 4,5 Prozent auch Christiane Maria Bülow-Bichler, Ulrich Spindler, Tobias Kindlieb und Frank Müller. Die Medpex-Gründer hatten einen Teil des Kaufpreises in Aktien von Zur Rose erhalten.

Zu ihrem Vermögen kam die Familie Frey vor allem mit dem Verkauf des Reiseveranstalters Privat Safaris an Kuoni. Über Corisol beziehungsweise deren Finanzvehikel KWE, Swiss Small Cap Invest und VBF beteiligt sich die Familie heute vor allem an mittelgroßen Unternehmen aus der Schweiz, aber auch im Ausland. Vanessa Frey, Jahrgang 1980 und Tochter von Firmengründer Beat Frey, sitzt im Verwaltungsrat von Zur Rose.

Akutell gibt es Beteiligungen unter anderem an Agrotropic, einem Importeur von Blumen aus Überseeländern. In China ist Corisol bei mehreren Firmen an Bord. Außerdem beteiligt sich die Holding an börsennotierten Unternehmen. Beispiele sind Schweiter Technologies und Inficon. In Vietnam ist Corisol etwa an Imexpharm und dem Agrarlieferanten Dabaco beteiligt. In Neuseeland gehören der Gruppe schließlich 18.000 Hektar Wald.

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