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Ärger mit Konnektoren

TI-Probleme halten an: Praxen sollen mit anpacken

Keine Verbindung: Seit einer Woche können tausende Arztpraxen keine elektronischen Gesundheitskarten auslesen, weil es Probleme mit TI-Konnektoren gibt. Foto: shutterstock.com/ Olena Yakobchuk

Berlin - Die Probleme mit der Telematikinfrastruktur (TI) halten an. Nach wie vor können tausende Arztpraxen in Deutschland keine elektronischen Gesundheitskarten (eGK) auslesen, weil sich die Konnektoren nicht mit der TI verbinden können. Die Gematik hat nun einen Download auf ihrer Seite bereitgestellt, mit dem Praxen und ihre IT-Dienstleister das Problem vor Ort beheben sollen.

Eine Woche müssen sich viele der 80.000 Arztpraxen in Deutschland bereits mit dem Problem herumschlagen: Eigentlich zieht der Patient nur seine Versichertenkarte durch, der Abgleich der Versichertenstammdaten erfolgt dann automatisch. Seit dem 27. Mai allerdings erhalten Praxismitarbeiter beim versuchten Einlesen der Karten über das Primärsystem nur die Prüfnachweise „3“ oder „5“ – oft können die Konnektoren auch gar keine Verbindung zu TI herstellen. Betroffen sind die Modelle der Anbieter T-Systems, Rise und Secunet. Rise und Secunet verkaufen ihre Konnektoren auch in Apotheken, T-Systems ist mittlerweile aus dem Geschäft mit der TI-Hardware ausgestiegen.

Grund für die Störung sei ein Konfigurationsfehler in der TI – eine Lösung für das Problem sei bereits gefunden und werde mit Hochdruck umgesetzt, gab die Gematik bekannt. Das war vergangenen Mittwoch. Allein kann die Gematik das Problem aber offenbar nicht stemmen: Kurz darauf bat sie die betroffenen Leistungserbringer um Mithilfe: Sie sollen sich an ihre IT-Dienstleister wenden oder auf deren Internetseiten Lösungsansätze verfolgen. Durch dort verfügbare Anleitungen würden betroffene Ärzte und Einrichtungen dabei unterstützt, Dateien hochzuladen, um die Störung zu beheben. „Dieses Update ist zwingend notwendig“, so die Gematik.

„Uns ist bewusst, welche zusätzlichen Aufwände die Betroffenen dadurch haben", erklärte Björn Kalweit, Leiter Operations bei der Gematik. „Selbstverständlich trifft die Leistungserbringer keine Schuld an der Situation. Wir brauchen nun aber eine gemeinsame Vorgehensweise, um die Störung schnell zu beheben.“ Dazu hat die TI-Gesellschaft heute eine eigene Themenseite samt Download der benötigten TSL-Datei ans Netz gebracht. TSL steht für „Trust-service Status List“, also die Liste aller vertrauenswürdigen Zertifikatsherausgeber innerhalb der TI. „Diese gewährleistet, dass nur vertrauenswürdige Dienste über die Telematikinfrastruktur adressiert werden und diese technischen Dienste sich untereinander vertrauen“, erklärt die Gematik. „Somit ist gewährleistet, dass die Nutzer über die Telematikinfrastruktur verschlüsselt und sicher miteinander kommunizieren können.“

„Leistungserbringer können auf der Themenseite nachlesen, woran sie erkennen, ob sie von der Störung betroffen sind und wo sie Hilfe erfragen können. Ihren IT-Servicepartnern wiederum stellen wir dort eine Download-Datei zur Unterstützung zur Verfügung“, so Kalweit. „Die Lösung der Situation ist eine gemeinsame Aufgabe für uns alle. Wir tun unser Bestes, um die fortlaufende Koordination der Lage technisch, organisatorisch und auch kommunikativ sicherzustellen und alle einzubinden, die für eine rasche Behebung notwendig sind.“

Immerhin: Die Gematik hat sich nach eigenen Angaben mit dem Bundesgesundheitsministerium abgesprochen und „bereits Klarheit für die Betroffenen geschaffen, dass ihnen keine Kosten durch die Situation entsteht und sie keine Sanktionen fürchten müssen, wenn sie durch die Störung derzeit den Abgleich der Versichertenstammdaten nicht durchführen können“.

Ähnliche Probleme gibt es auch vor dem Anschluss an die TI bereits in der Apothekerschaft. Nur einen Tag vor Eintritt der TI-Störung in den Praxen hatte die Berliner Apothekerkammer bekanntgegeben, den Beantragungsstart für Heilberufsausweise (HBA) und die Institutionenkarte (SMC-B) zu verschieben. Grund seien Probleme, die andere Kammern derzeit durchleiden: Sie berichten demnach „von nicht zu Ende durchführbaren Prozessen, einer Vielzahl von Anfragen der Antragsteller bei den Kammern und den Kartenherstellern, von unberechtigten Schuldzuweisungen, daraus resultierender fehlender Planungssicherheit für die Anbindung durch die Softwarehäuser etc.“ Keiner der in Berlin zugelassenen Kartenhersteller habe bisher die Voraussetzungen für die Anbindung beider Karten an die sogenannte SOAP-Schnittstelle geschaffen, über die die Daten von der Kammer an den Kartenhersteller übertragen werden, den der Antragssteller ausgewählt hat – eine reibungslose Datenübertragung zwischen Kammer und Anbieter sei deshalb nicht möglich.

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