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Großhandel

Fiebig beerbt Holdermann

Berlin - Seit der Übernahme von von der Linde durch die Sanacorp und Kapferer durch die Noweda ist der private Pharmagroßhandel gut verteilt. Nur in Baden-Württemberg machten sich Ebert+Jacobi Holdermann und Leopold Fiebig Konkurrenz. Damit ist jetzt Schluss: Weil sich Hans-Werner Holdermann aus dem Großhandel zurückziehen und auf das Blistergeschäft konzentrieren will, schließt sich Fiebig mit Ebert+Jacobi zusammen.

2004 war Ebert+Jacobi beim Baden-Badener Großhändler Holdermann eingestiegen. Der Branchenprimus der Privaten aus Würzburg hielt seitdem knapp zwei Drittel der Anteile; Niederlassungen gab es in Baden-Baden und Ludwigshafen. Genau dazwischen in Rheinstetten bei Karlsruhe ist Fiebig zu Hause.

Das 2006 modernisierte Vertriebszentrum wird künftig noch stärker ausgelastet. Denn der Standort von Ebert+Jacobi Holdermann in Baden-Baden soll als Großhandlung wegfallen und künftig nur für das Blistergeschäft von Holdermann genutzt werden. Die Apotheken werden ab November von Fiebig beliefert.

Der zweite Standort in Ludwigshafen geht in das neue Gemeinschaftsunternehmen von Ebert+Jacobi und Fiebig ein. Ralph Schüller, Chef von Ebert+Jacobi, und Fiebig-Chef Andreas Sauer und werden gemeinsam die Leitung übernehmen. Während Schüller die Gesellschafterfamilie direkt vertritt, ist Sauer angestellter Geschäftsführer bei Fiebig: 2012 hatte die langjährige Firmenchefin Gerda Nückel ihre Geschäftsanteile an die Familie ihres Adoptivsohns Dr. Paul Rheinländer übertragen, der die Bochumer Maschinenbau-Gruppe Eickhoff führt.



Die beiden Unternehmen, die es jeweils auf einen Umsatz von rund 200 Millionen Euro bringen, betreiben laut Sauer schon seit mehreren Jahren eine gemeinschaftliche Lieferlogistik. „Die neue Aufstellung gibt uns jetzt die Möglichkeit, unseren Kundenservice, unser Warensortiment und unser Tourennetz zukunftsweisend und in größerem Umfang auszubauen“, so Sauer. Der Standort soll erweitert werden.

Für die insgesamt 1000 Kunden soll sich nichts ändern. Die Apotheken sollen sogar von „einem deutlich größeren Warensortiment und einer noch effizienteren Logistik“ des Lagers in Rheinstetten profitieren. Die bisherigen Ansprechpartner sollen aber erhalten bleiben, heißt es in einem Brief an die Kunden.

Holdermann wird die Geschäftsführung an Sauer abgeben und sich auf seine Aufgaben bei der Deutschen Blistergesellschaft konzentrieren. Das starke Wachstum des Unternehmens erforderten sein ganzes Engagement, sagte Holdermann. „Ich bin mir sicher, dass der Geschäftsbetrieb zur vollsten Zufriedenheit aller Holdermann-Kunden fortgeführt wird.“

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