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Gewinnwarnung: Shop-Apotheke unter Druck

Berlin - Zwei Jahre nach dem Börsengang aus dem Vorstand muss Shop-Apotheke die erste Gewinnwarnung herausgeben. Die Prognose für das Geschäftsjahr 2018 wird gekappt, die Gründe liegen unter anderem im „preisintensiven Wettbewerbsumfeld in Deutschland“. Ferner könnten „Ergebnisbelastungen des ersten Halbjahrs durch geplante Prozessverbesserungen im zweiten Halbjahr voraussichtlich nicht ausgeglichen werden“.

Zwar geht der Vorstand davon aus, das zuletzt erhöhte Umsatzziel von 540 bis 570 Millionen Euro zu erreichen. Auf der Ertragsseite wird jedoch der Verlust größer ausfallen als geplant. Schon das bereinigte EBITDA soll bei minus 2 Prozent liegen; bislang war auf dieser Ebene mit minus 0,5 Prozent kalkuliert worden. An der Börse kam die Meldung nicht gut an: Der Aktienkurs rutschte am Morgen um 16 Prozent auf 38 Euro ab. Den Börsenkurs des Konkurrenten Zur Rose zog es gleich mit um 5 Prozent abwärts.

Ein Grund für die Einbußen: Shop-Apotheke muss in Marketing investieren. „Vor dem Hintergrund der veränderten Wettbewerbssituation und Chancen aus der aktuellen Marktkonsolidierung wird Shop-Apotheke das organische Wachstum ab 2019 noch stärker forcieren und plant hierfür zusätzliche Marketingaufwendungen im Jahr 2018.“ Zuletzt hatte man in Venlo hier eigentlich weniger Geld ausgeben wollen.

Insgesamt bleibe das Wettbewerbsumfeld dynamisch, die Konsolidierung des Marktes habe sich in den vergangenen Monaten „spürbar beschleunigt“. „Vor diesem Hintergrund prüfen wir derzeit strategische Optionen, um unser starkes Wachstum auch 2019 und in den Folgejahren fortzuführen. Als Unternehmer handeln wir dabei selbstverständlich stets nach dem Shareholder-Value Konzept, um den Unternehmenswert zu erhöhen und die Interessen unserer Aktionäre bestmöglich zu wahren.“

Von Janar bis September hat der Versender, der seit September im SDax gelistet ist, 389 Millionen umgesetzt. Davon entfielen 303 Millionen auf Deutschland und 86 Millionen auf das restliche Europa. Im Vorjahreszeitraum waren es noch insgesamt 191 Millionen gewesen, 138 davon in Deutschland und 53 Millionen in den europäischen Märkten. Um 103 Prozent ist der Umsatz damit in den ersten neun Monaten gewachsen. In Deutschland lag das Wachstum bei 120 Prozent, in den weiteren europäischen Märkten hingegen um 64 Prozent. Auf der Ertragsseite sieht es düster aus: Alleine in den ersten neun Monaten steht unter dem Strich ein Minus von 23 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 13 Millionen Euro gewesen.

Vor allem die Zukäufe des Konkurrenten Zur Rose bringen Shop-Apotheke unter Druck. Der Mutterkonzern von DocMorris hat sich zuletzt mit Medpex und Apo-Rot zwei Schwergewichte einverleibt. 2017 wurden Vitalsana und Eurapon übernommen. Apo-Discounter kauft ebenfalls am laufenden Band, zuletzt wurden die Deutsche Internet Apotheke, Juvalis und Versandapo.de übernommen, im Vorjahr war es Medipolis. Selbst Aponeo hat sich mit Gesundshop24 einen kleineren Konkurrenten einverleibt.

Shop-Apotheke kann nur den Zukauf von Nu3 vorweisen, darüberhinaus blieb es bei der Ankündigung, aktiv an der Marktkonsolidierung mitzuwirken. Für das laufende Jahr ist die Integration der Superfood-Plattform geplant sowie die Fusionierung von Shop-Apotheke und Europa Apotheek unter einer Marke. Kein Wort dazu, ob es kurz vor dem Abschied von Firmengründer Michael Köhler aus dem Vorstand noch eine Übernahme geben wird. Mit Blick auf die versprochenen Zukäufe hatte Shop-Apotheke im April Wandelanleihen ausgegeben, die eine Laufzeit von fünf Jahren haben und mit 4,5 Prozent pro Jahr verzinst sind. Zunächst wurden 75 Millionen Euro eingesammelt, eine Erweiterungsoption über 25 Millionen Euro ist vorgesehen.

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