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Privatgroßhändler

Generationswechsel bei Krieger

Berlin - Der älteste Privatgroßhändler Deutschlands bekommt einen neuen Chef. Jochen Meyer-Dönselmann übernimmt als alleiniger Geschäftsführender Gesellschafter in fünfter Generation bei C. Krieger & Co.. Der 33-Jährige war bereits zuvor für den Familienbetrieb tätig.

Meyer-Dönselmann folgt auf Dr. Udo Zimmermann, der die Geschäfte des Großhändlers seit 2009 geführt hat. Der neue Chef ist seit Februar 2017 bei Krieger für die Bereiche Marketing und Vertrieb verantwortlich. Er verantwortet zudem das Geschäft des 1994 von Krieger gegründeten Logistiker PPL (Partner Pharma Logistik). Zuvor war er fünf Jahre als Leiter des Bereichs Unternehmensentwicklung beim schweizerischen Privatgroßhändler Voigt tätig.

Krieger beliefert rund 400 Apotheken in Rheinland-Pfalz, Mittel-Hessen und im südlichen Nordrhein-Westfalen. Täglich gelangen rund 3000 Aufträge in rund 200 Touren in die Offizin. Bis zu 30.000 Kilometer seien die Fahrzeuge dafür unterwegs. Der Privatgroßhändler beschäftigt rund 180 Mitarbeiter und hat eine Lagerfläche von rund 10.000 Quadratmeter mit rund 70.000 Artikeln. Im vergangenen Jahr wurden die Anlagen modernisiert. Knapp 75 Prozent der Aufträge werden seitdem automatisiert kommissioniert.

Von Koblenz aus verfügt Krieger über eine recht exklusive Lage. Die nächst gelegenen Mitbewerber in Rheinland-Pfalz sind die Phoenix-Niederlassung in Bad Kreuznach und ein Vertriebszentrum der Sanacorp in Mainz. In dem Bundesland sind außerdem Alliance Healthcare Deutschland (AHD) und Fiebig/Palapharm in Ludwigshafen und Gehe in Kaiserslautern vertreten. Im Liefergebiet zwischen Trier und Gießen sowie Bonn und Mainz hat Krieger laut Firmenangaben einen Marktanteil zwischen 15 und 20 Prozent.

Krieger wurde 1802 von dem Drogisten Corneil Woudenberg in Koblenz gegründet. Nach einem Inhaberwechsel übernimmt Carl Krieger 1869 den alleinigen Firmenbesitz und benennt das Unternehmen in C. Krieger & Co. um. 1893 kauft der Apotheker und Chemiker Dr. Karl Popp den Betrieb und firmiert in C. Krieger & Co. Nachfolger. Nach seinem Tod im Jahr 1923 übernehmen dessen Kinder Nora und Dr. Hermann Popp.

Im Zweiten Weltkrieg wird das Unternehmen kurz vor Kriegsende bei Luftangriffen komplett zerstört. 1949 zieht die Firma auf das Grundstück der Familie Popp in der Kurfürstenstraße. 1964 stirbt Popp und dessen Tochter Lotte-Waldtraut Broockmann übernimmt die Geschäftsführung als Gesellschafterin bis 1974. Kurz darauf zieht der Großhändler an den heutigen Firmensitz in der St.-Elisabeth-Straße 3.

1973 treten die Urenkel in das Unternehmen ein. Ab 1975 übernehmen Hermann Runzheimer, Wolf Broockmann und Karl-Heinrich Meyer die Geschäftsführung. Als Gesellschafter sind heute Familienmitglieder in 4., 5. und 6. Generation am Unternehmen beteiligt. 1989 wurde CityCargo als eigenes Transportunternehmen gegründet. Anfang der 1990er Jahre wurde der medizinische Fachhandel Medi-Center Mittelrhein übernommen, bei dem rund 120 Mitarbeiter beschäftigt sind.

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