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E-Commerce-Plattform

DocMorris: Lieferung in einer Stunde möglich

Berlin - DocMorris hält eine Plattform-Strategie wie durch den Kauf der spanischen E-Commerce-Seite Promofarma auch in Deutschland für möglich. „Durch Promofarma sind wir in der Lage, unsere Medikamente in Spanien innerhalb einer Stunde auszuliefern“, sagt Vorstand Olaf Heinrich in einem Bericht der WirtschaftsWoche (WiWo). Das wäre auch hierzulande möglich und denkbar. Konkrete Pläne werden allerdings nicht genannt.

Zur Rose ist mit dem Kauf der spanischen Marktplatz-Plattform Promofarma europaweit in die Plattform-Ökonomie à la Amazon für Apothekenware eingestiegen. Über die Internetseite der in Barcelona sitzenden Firma werden apothekenübliche Produkte aus den Bereichen Gesundheit, Kosmetik und Körperpflege vertrieben. Mit diesem „Internationalisierungsschritt“ will Zur Rose laut eigenen Angaben seine Tech-Kompetenz in einem der fünf größten Technologie- und Innovationszentren Europas ausbauen.

Die Plattform könnte auch als Blaupause für Deutschland, den wichtigsten Markt der niederländischen Tochter DocMorris, dienen. Das Verschicken übernehmen bei Promofarma rund 500 Partner, insbesondere Apotheken, aber auch Pharmahersteller selbst. Bisher erhalten DocMorris-Kunden ihre Arzneimittel dem Bericht zufolge innerhalb von 48 Stunden. Spätestens 24 Stunden nach Bestelleingang liefert der Versender laut Bericht in der Regel aus.

Der Plattformgedanke ist ein Teil der Wachstumsstrategie. Zudem will Heinrich „im nächsten Jahr nach Frankreich und Italien expandieren“. Zudem werde an der Qualitätskontrolle gearbeitet. Dem Bericht zufolge haben die Mitarbeiter der Frühschicht bei DocMorris an einem Wochentag gegen 10 Uhr bereits knapp 8600 Rezepte erfasst und eingescannt. Bei der Prüfungen stützten sie sich auf Statistiken und Algorithmen. Im Zweifel riefen die Mitarbeiter beim Arzt an.

DocMorris und auch Mitbewerber Shop-Apotheke agieren laut WiWo „aus einer Position der Stärke“ heraus. Sie hätten den Kampf um Anteile im Medikamentenmarkt für sich entschieden. Beide zählten jeweils rund drei Millionen Kunden und dürften in diesem Jahr mit allen Zukäufen Jahresumsätze von jeweils 500 Millionen Euro erzielen. Das sei „mehr als jede Vor-Ort-Apotheke“. Beide Versandhändler rüsteten für Amazons erwartete Europa-Offensive. In den USA ist der Konzern mit dem Kauf der auf Verblisterung spezialisierten Versandapotheke PillPack vor kurzem in den Markt eingestiegen.

Auch die Shop-Apotheke bereitet sich dem Bericht zufolge auf einen möglichen Markteintritt von Amazon vor. Finanzchef Ulrich Wandel stellt „weitere Akquisitionen“ in Aussicht, „mit Fokus auf Deutschland“. Zudem steige die Versandapotheke in die Gesundheitsberatung und die dokumentierte Analyse von Wechselwirkungen ein, so die WiWo. „Beratung und Service sind das beste Mittel, um gegen potenzielle Wettbewerber wie Amazon zu punkten“, so Wandel. Ein Wachstumsvorbild sei Zalando. „Das Problem mit den Retouren haben wir im Gegensatz zu Zalando nicht.“

In Deutschland ist dem Bericht zufolge „Wut und Hass“ gegenüber DocMorris noch immer nicht verschwunden. Vor einigen Wochen erreichte ein anonymes Paket mit Scherben und Reißnägeln die Zentrale in Heerlen. Auf Branchentreffs wetterten Gegner gegen den „Totengräber“ und „Gesetzesbrecher“. Laut DocMorris-Vorstand Professor Dr. Christian Franken „ist eine Menge Adrenalin im Spiel“.

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