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Interview Wilfried Hollmann (Noweda)

„Bundesweite Präsenz bedeutet viel“

Berlin - Nach der Übernahme von Kapferer wird die Noweda künftig bundesweit aufgestellt sein. APOTHEKE ADHOC sprach mit dem Vorstandsvorsitzenden der Noweda, Wilfried Hollmann, über den jüngsten Zukauf und die Zukunft des genossenschaftlichen Großhandels in Deutschland.

ADHOC: Herr Hollmann, welches Potenzial hat Noweda/Kapferer?
HOLLMANN: Wir sehen zahlreiche Synergieeffekte, intern wie extern. Wenn wir das Positive von beiden Unternehmen fusionieren, können die Umsätze in den bestehenden Niederlassungen steigen. So können wir Arbeitsplätze sichern und vielleicht sogar neue schaffen.

ADHOC: Was passiert nach der Übernahme mit der Traditionsmarke Kapferer?
HOLLMANN: Die Marke Kapferer bleibt zunächst bestehen. Das ist auch Teil der Vereinbarungen. Schließlich wollen wir keine Irritationen am Markt, und alleine der Name Kapferer ist ein Wert an sich. Was langfristig passiert, hängt vor allem von der Beziehung zwischen den Apotheken und dem Unternehmen ab.

ADHOC: In Sachsen gibt es eine Überschneidung der Liefergebiete. Was ist geplant?
HOLLMANN: Wir werden weiterhin beide Filialen betreiben, gegebenenfalls mit einer Gebietsabgrenzung. Es besteht theoretisch aber auch die Möglichkeit, dass die Apotheker aus beiden Filialen beliefert werden.

ADHOC: Welche Reaktion erwarten Sie seitens des Kartellamts?
HOLLMANN: Das Kartellamt wurde bereits informiert, es folgt der formale Antrag. Wir gehen nach unseren Vorprüfungen davon aus, dass es keine Probleme geben wird.

ADHOC: Die Noweda ist künftig bundesweit aufgestellt. Welche Rolle spielt die Flächendeckung im Pharmagroßhandel?
HOLLMANN: Die bundesweite Präsenz bedeutet viel und könnte angesichts einiger derzeit zu beobachtender, von uns nicht gewollter Entwicklungen im Pharmamarkt in Zukunft noch wichtiger werden. Einige Pharmahersteller präferieren bei ihren Gesprächen ganz eindeutig Unternehmen, die bundesweit aufgestellt sind. Mit der Übernahme von Kapferer konnten wir hier eine wichtige Lücke schließen.

ADHOC: Wie sehen Sie die Zukunft der Apothekergenossenschaften in Deutschland?
HOLLMANN: Wir sind sehr zuversichtlich. Gerade vor dem Hintergrund möglicher Veränderungen werden die Apotheker auf Genossenschaften angewiesen sein. Die Erfahrungen aus anderen Branchen zeigen, dass Genossenschaften, welche ja die höchste Form der Kooperation darstellen, eine dominierende Rolle im Wettbewerb mit Konzernen spielen.

ADHOC: Gehört ein Wettbewerb unter den Genossenschaften auch dazu?
HOLLMANN: Selbstverständlich. Denn davon profitieren die Apotheker. Eine Vereinheitlichung am Markt führt zu einer Einschränkung des Angebots, was wiederum weniger Wettbewerb bedeutet. Der Kunde profitiert immer von einem Höchstmaß an Wettbewerb.

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