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Hersteller in der Corona-Krise

Beiersdorf: 5000 Tonnen Desinfektionsmittel

Desinfektion statt Sonnenschutz: Beiersdorf stellt seine Produktion um, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern.Foto: Beiersdorf

Berlin - Beiersdorf mobilisiert sein europäisches Produktionsnetzwerk und startet die Herstellung von medizinischen Desinfektionsmitteln, um einen Beitrag gegen die Ausbreitung des Coronavirus zu leisten. Auch andere Hersteller stellen ihre Produktion um.

Im ersten Schritt werden bei Beiersdorf mindestens 500 Tonnen Desinfektionsmittel in den Produktionswerken in Hamburg, Waldheim (Sachsen) und Tres Cantos bei Madrid hergestellt. In enger Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden werden die Desinfektionsprodukte zunächst vorrangig Kliniken und Krankenhäusern, medizinischem und pflegendem Personal sowie weiteren öffentlichen Funktionen wie Polizei und Feuerwehr auf Basis konkreter Versorgungsbedarfe zur Verfügung gestellt. So soll eine möglichst schnelle und effiziente Lieferung der Desinfektionslösungen direkt ab Werk an die Einsatzkräfte gewährleistet werden.

Beiersdorf hatte bereits in der vergangenen Woche die technischen Voraussetzungen für die Produktion von Desinfektionsmitteln an den Produktionsstandorten geschaffen und startet jetzt mit der Serienproduktion

Auch Menarini, Mutterkonzern von Berlin-Chemie, stellt um: Der Verwaltungsrat unter Vorsitz von Eric Cornut hat beschlossen, dass ein Teil der Produktionsstätte in Florenz für die Herstellung von Desinfektionsgel genutzt wird, das Krankenhäusern und Gesundheitsorganisationen gespendet werden soll. Fünf Tonnen sollen pro Woche hergestellt werden; die Verteilung in ganz Italien soll der Katastrophenschutz übernehmen. „Ärzte und medizinisches Personal sind die wahren Helden im Kampf gegen Covid-19, und wir hoffen, dass wir ihnen durch unsere Spende des Desinfektionsgels helfen können, in größerer Sicherheit zu arbeiten", erklärte CEO Elcin Barker Ergun.

Ungewöhnliche Hilfe kommt auch von anderen Firmen: Der Luxuskonzern LVMH Moët Hennessy Louis Vuitton (LVMH) will in seinen Parfum- und Kosmetikfabriken in Frankreich große Mengen Desinfektionsmittel produzieren, die eigentlich Parfüm für Christian Dior oder Givenchy herstellen. Die Handdesinfektionsmittel sollen dann kostenlos an Gesundheitseinrichtungen in Frankreich ausgeliefert werden. Zur Gruppe gehören unter anderem Champagnerhäuser wie Veuve Clicquot Ponsardin und Krug sowie Modehäuser wie Kenzo und Fendi.

Der französische Spirituosen-Hersteller Pernod Ricard (Absolut Vodka, Havana Club, Jameson Whiskey) spendet 70.000 Liter reinen Alkohol für die Produktion von Desinfektionsmitteln. Die Lieferung geht an Laboratoire Cooper, einen der führenden französischen Hersteller von Desinfektionsgels für Apotheken. Der Hersteller könne mit dem gespendeten Alkohol etwa 1,8 Millionen 50-Milliliter-Fläschchen produzieren.

„In einer Zeit, in der die Welt vor einer großen Pandemie steht, müssen sich die Unternehmen mobilisieren, um die Sicherheit ihrer Mitarbeiter zu gewährleisten, aber auch, um zu den kollektiven Anstrengungen entsprechend ihren Fähigkeiten beizutragen“, erklärte Unternehmenschef Alexandre Ricard laut Mitteilung.

Auch in anderen Ländern gebe es entsprechende Projekte. In den USA stelle die Produktionsstätte mit Sitz in Fort Smith in Arkansas etwa auf Anfrage der Regierung Desinfektionsmittel her. In Spanien und Irland hätten Pernod Ricard Spanien und Irish Distillers angekündigt, ihre technischen und personellen Ressourcen und Produktionsanlagen in den Dienst der Behörden zu stellen. Auch in Schweden spende die Absolut-Vodka-Destillerie Alkohol in großen Mengen.

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