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Schreiben an alle Apotheken

AvP: Geschäftsführer weg, Noventi bläst zur Jagd

Beim Rechenzentrum AvP ist nun offenbar auch Geschäftsführer Jochen Bocher nicht mehr an Bord.Foto: APOTHEKE ADHOC

Berlin - Beim privaten Rechenzentrum AvP bleibt die Situation angespannt. Nach Informationen von APOTHEKE ADHOC ist seit Freitag auch Geschäftsführer Jochen Brocher nicht mehr an Bord. Konkurrent Noventi nutzt die Situation für eine gezielte Kampagne: Der Branchenprimus hat offenbar alle Apotheken angeschrieben und die Website des eigenen Rechenzentrums VSA mit der Domain sorgenfrei-abrechnen.de verlinkt.

Seit dem Abend des 7. September konnte AvP keine Auszahlungen an die Apotheken mehr vornehmen. Die offizielle Lesart war ein Problem beim Serverumzug. Doch der Rauswurf der beiden Vorstände Tobias Wölk und Joachim Averdung sowie eine nahezu ausbleibende Kommunikation zu den Problemen erhöhten die Unsicherheit bei den Kunden. Dem Vernehmen nach hat am Freitag nun auch noch Geschäftsführer Brocher das Unternehmen verlassen, sodass Inhaber Mathias Wettstein allein an der Spitze steht. Eine offizielle Bestätigung der Personalie steht noch aus. Obwohl zum Ende der Woche erste Auszahlungen avisiert wurden, ist die Zukunft von AvP ungewiss.

Um die eigenen Kunden zu beruhigen und gleichzeitig verunsicherte Apotheker einzusammeln, hat Noventi jetzt alle rund 19.000 Apotheken angeschrieben. Im Brief an potenzielle Neukunden verweist der Branchenprimus auf die Herausforderungen der Corona-Pandemie, in der sich die Apotheken erneut als das „Rückgrat der Gesundheitsversorgung“ bewiesen hätten. „Dies ist nur einer der Gründe, warum Sie einen verlässlichen Partner an Ihrer Seite verdienen, der Sie beim Meistern der Herausforderungen im Alltag optimal unterstützt“, geht es im Brief zur Anwerbung über.

Gerade in Krisenzeiten müsse die Auszahlung gesichert, schreibt Noventi – nach eigenen Angaben als apothekereigene Unternehmensgruppe Europas größtes Abrechnungsunternehmen im Gesundheitswesen. Zu den eigenen Vorzügen werden der cashManager für kurzfristigen Finanzbedarf sowie das rezeptCheckPlus als Schutz gegen Retaxationen aufgeführt. Auch sei der von den Banken gewährten Kreditrahmen noch einmal erhöht worden – dank der eigenen Finanzstärke. HiMi-Vertragsprüfung, scanDialog und Rezept360° sollen die Abrechnung noch sicherer machen, die auch bei VSA in Dekaden möglich ist.

Um verunsicherte Apotheken möglichst schnell zum eigenen Angebot zu lotsen wurde nicht nur die Domain sorgenfrei-abrechnen.de eingerichtet, sondern zusätzlich die Mail Notfall@noventi.de und das Team in der Hotline verstärkt.

Ein Schreiben an die eigenen Kunden, das APOTHEKE ADHOC ebenfalls vorliegt, soll offenbar prophylaktisch Sorgen zerstreuen, die Abrechnungsbranche insgesamt hätte ein Problem: „Die pünktliche Auszahlung der Ihnen zustehenden Gelder in voller Höhe ist für uns keine Frage, sondern eine Selbstverständlichkeit“, heißt es.

Im März hat Noventi nach eigenen Angaben 16,3 Millionen Rezepte abgerechnet. Corona-bedingt wird bei VSA/ALG weiterhin in einem schichtbasierten „Sicherheitsmodus“ gearbeitet, um das Risiko innerhalb der Produktion zu minimieren. Auch die eigenen Kunden werden auf den erhöhten Kreditrahmen hingewiesen – „nicht, weil wir es brauchen, sondern damit wir auch in Zukunft unvorhergesehene Spitzen für Sie mit Leichtigkeit nehmen“, heißt es in dem, Schreiben.

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