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BMG räumt Probleme ein

Jede fünfte Schutzmaske war mangelhaft

Schlechte Qualität: Jede fünfte vom BMG beschaffte Maske war anfangs unzureichend.Foto: Dan Race/shutterstock.com

Berlin - Seit Anfang März hat der Bund nach Angaben des Ministeriums mehr als 500 Millionen Schutzmasken und 100 Millionen Einmalhandschuhe beschafft. Knapp 130 Millionen Schutzmasken befänden sich „in der Qualitätskontrolle“. Es habe sich gezeigt, dass etwa 20 Prozent, also ein Fünftel der gelieferten Ware, mangelhaft gewesen sei, weswegen es einen „sorgfältigen, dreistufigen Qualitätssicherungsprozess“ gebe. „Dieser Prozess ist sehr zeitintensiv, aber zwingend erforderlich.“

Bundesinnenminister Horst Seehofer forderte Konsequenzen aus dem anfänglichen Mangel an Schutzausrüstung. „Wir müssen deutlich mehr vorsorgen“, sagt der CSU-Politiker dem Magazin „Der Spiegel“. „Nach dem Ende dieser Krise brauchen wir deshalb ein Gesundheitssicherstellungsgesetz.“ Existenzielle Güter wie Schutzausrüstung, Beatmungsgeräte und Medikamente müssten „in Deutschland, mindestens aber in Europa produziert und in höherem Maße bevorratet werden, als dies heute der Fall ist“.

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) kündigte bereits den „Aufbau einer dauerhaften nationalen Reserve an medizinischer Schutzausrüstung“ an. „Diese Reserve gewährleistet Sicherheit für mehrere Monate, damit wir nicht noch einmal in eine Lage wie im Februar und März kommen, als selbst für das medizinische Personal nicht genügend Masken und Handschuhe vorhanden waren.“

Berichte über Verzögerungen bei der Auslieferung von Schutzausrüstung wies das Gesundheitsministerium derweil zurück. Falls Ärzte über Ausrüstungsmängel klagten, liege das nicht an fehlenden Lieferungen des Ministeriums, teilte ein Sprecher auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Kassenärztliche Vereinigungen und Länder seien durch das Ministerium bislang mit etwa 400 Millionen Masken versorgt worden. „Einige haben deshalb bereits darum gebeten, die Maskenlieferungen zu stoppen.“ Für die Auslieferung an Praxen und Krankenhäuser seien Länder und Kassenärztliche Vereinigungen verantwortlich.

Bei der Auslieferung von Schutzmasken, die durch die Regierung beschafft wurden, gab es einem Medienbericht zufolge Verzögerungen. Das BMG habe auf Anfrage „logistische Probleme“ bei der Auslieferung eingeräumt, berichteten NDR, WDR und Süddeutsche Zeitung (SZ) am Donnerstagabend. Demnach begründete das BMG dies damit, dass in den vergangenen beiden Wochen eine Vielzahl von Lieferungen in den Logistiklagern gleichzeitig eingetroffen seien, so dass es nun zu Verzögerungen in der Auslieferung komme. Die Prüfung der Ware durch den TÜV sei außerdem sehr aufwendig. NDR, WDR und SZ berichteten zudem, nach ihren Informationen lägen bei vom BMG beauftragten Logistikunternehmen mehr als 130 Millionen medizinische FFP2-Masken.

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