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Corona-Kabinett

Schlappe für Spahn: Keine Schnelltests ab 1. März

Nächste Schlappe für Gesundheitsminister Spahn: Laut Bild gibt es ab 1. März nun doch keine Schnelltests.Foto: Andreas Domma

Berlin - Laut einem Bericht von Bild ist der Starttermin für Massen-Schnelltests geplatzt. Ursprünglich sollten sich alle Deutschen ab 1. März in Apotheken, Arztpraxen und Testzentren kostenlos testen lassen dürfen. Doch im Corona-Kabinett soll der Termin abgesagt worden sein.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Vize-Kanzler Olaf Scholz (SPD) und Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) sollen Spahn in der Sitzung viele Fragen zu Kapazitäten und Genehmigungen gestellt haben. Weil Spahn die Antworten teilweise schuldig blieb, soll daraufhin der Termin gekippt worden sein. Spahn reagierte laut Bericht schmallippig zur Kritik: „Ich muss es dann nur wissen...“

Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung hatte Spahn die entsprechend geänderte Testverordnung schon fertig. Bild zitiert ein Mitglied des Corona-Kabinetts: „Jens Spahn wirkte sichtlich verärgert. Nachdem beim Impfen so viel schiefgelaufen ist, wollte er mit dem Datum 1. März unbedingt glänzen.“ Vor allem SPD-geführte Länder reagierten laut Bericht verärgert, dass der Termin nicht gehalten werden könne, zumal das Bundesgesundheitsministerium ihn selbst genannt hatte.

Am Morgen sei Spahn noch optimistisch gewesen. Wie Spiegel berichtet, hatte er im CDU-Präsidium noch gesagt, er habe mehrere Angebote von Discountern auf dem Tisch liegen. Unklar blieb zunächst, ob er damit die Schnell- oder Laientests gemeint hatte.

Nun soll eine Arbeitsgruppe von Bund und Ländern über eine neue Teststrategie beraten. Entschieden werden soll bei der nächsten Ministerpräsidentenkonferenz mit der Kanzlerin am 3. März. Weil Öffnungen davon abhängen, verzögert sich der Start der Schnelltests.

Bereits zuvor hatte es Zweifel gegeben, dass der Termin zu halten ist. SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil sagte am Sonntagabend in der Talkshow „Die richtigen Fragen“ auf Bild live: „Ich wünsche mir wirklich, dass die Ankündigung von Jens Spahn klappt, dass alle kostenfrei getestet werden können.“ Doch: „Beim Impfen haben wir gemerkt, wir können den Ankündigungen von Jens Spahn nicht glauben. Da wird jetzt immer weiter korrigiert und korrigiert. Und ich habe ein bisschen Angst, dass wir [beim Testen] die nächste Enttäuschung schaffen.“ Denn es gebe „viele Fragen, die Jens Spahn bis heute nicht beantwortet hat“.

Ähnlich kritisch bewertete FDP-Chef Christian Lindner das Test-Programm: „Wir haben die erste Chance auf einen Strategiewechsel beim Impfen verpasst und sind jetzt dabei, auch die zweite große Chance durch Schnell- und Selbsttest zu verstolpern.“ Lindner fügte hinzu: „Wir habe so viele Ankündigungen erlebt, so viele Enttäuschungen, Zahlen werden genannt, Zahlen werden korrigiert. Ich glaube Dinge nur noch, wenn ich sie wirklich sehe.“

Spahn hatte angekündigt, dass ab 1. März alle Bürger kostenlos von geschultem Personal auf das Coronavirus getestet werden können. Das soll in Testzentren, Praxen oder Apotheken möglich sein. Details zur Umsetzung sind aber bisher nicht bekannt. Eine entsprechende Anpassung der Corona-Testverordnung muss noch beschlossen werden.

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